#336 Die Nematoden: “Elite der Idioten”

von musicampus | 20. November 2007 | 17:24 Uhr

Die Nematoden auf www.musicampus.deVor ein paar Tagen habe ich Euch die Bremerhavener Band Die Nematoden präsentiert, die am 09.11.07 ihr neues Album “Elite der Idioten” veröffentlicht hat. Im für solche Zwecke prädestinierten Theater im Fischereihafen wurden gleich zwei Konzerte gegeben, um das neueste Werk einer interessierten Öffentlichkeit vorzustellen.

Mit Titeln wie “Hannelore Kohl” oder “Uwe Barschel lebt” haben sich Die Nematoden vor gut 20 Jahren in Norddeutschland einen Namen gemacht und Kultstatus erlangt (eine interessante Bandvita findet man im Musikhaven). Zunächst erspielten sie sich mit Live-Auftritten ein treues Stammpublikum und nahmen zu Beginn der 90er Jahre ihr Debüt-Album “Zuckerbrot” auf. Besonders an der Formation war (und ist), dass die Musiker unterschiedliche musikalische Stile verquickten und so zusammen mit ihren deutschen Texten ein eigenes Genre schafften, das viele junge Musiker, u.a. auch Die Schröders, maßgeblich beeinflusste.

Seit Mitte der 90er Jahre war das Dasein der Nematoden durch Veränderungen gekennzeichnet, die Grund für wechselnde Besetzungen und dafür ausschlaggebend waren, dass eine fast fertig produzierte CD bis heute nicht veröffentlicht wurde. Außerdem wurden die Live-Auftritte fast gänzlich eingestellt, aber zu einer Auflösung der Band ist es nie gekommen.

Zu Weihnachten 2006 gaben Die Nematoden seit langer Zeit wieder ein Konzert, das auf eine Resonanz stieß, die selbst die höchsten Erwartungen der Musiker übertraf. Wie zu einem Klassentreffen fanden sich Fans, Weggefährten und Freunde aus ganz Deutschland ein, um die Nematoden wieder live erleben zu können.

Vielleicht auch wegen dieser positiven Reaktion auf das Weihnachtskonzert haben sich Carsten Heusmann und Stefan Kolk entschlossen, in Eigenregie ein neues Nematoden Album zu produzieren. Und mit ausgefeilten Arrangements und hörbarer Spielfreude gelingt es ihnen, mit diesem neuen Album “Elite der Idioten”, an ihr Album “Zuckerbrot” anzuknüpfen, das für Kenner der Nematoden und Liebhaber des bissigen Texts Kultstatus erreicht hat.

Die Nematoden auf www.musicampus.deVerstärkt durch Maic Burkhardt (git), Stephan Hübler (b) und Olaf Satzer (dr) zeigen die Nematoden am 09.11. und am 10.11. eindrucksvoll, wie es live klingt, wenn über “die Abgründe des Lebens, den lustvollen Umgang mit dem anderen Geschlecht oder die immer währende Liebe” (FAZ) gesungen wird.

Die Stücke der neuen CD “spielen mit dem Rand der Gürtellinie und der Absurdität des Alltäglichen” (Ralf Masorat, 11.11.07., Sonntagsjournal) und verknüpfen beliebtes Bekanntes mit interessantem Neuem. Mit treibendem Schlagzeug, rockiger Gitarre und mit dem für die Band typischen Mix aus kompromisslosen und eingängigen Melodien, gepaart mit frech-frivolen Texten, spielen die Nematoden mehr als zwei Stunden für ein begeistertes Publikum. Erst nach drei Zugaben dürfen sie die Bühne verlassen und ein gelungenes Konzert beenden.

Konzertfoto: Ralf Masorat

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#333 Ohrenfeindt “Mit Vollgas & Blaulicht”

von musicampus | 14. November 2007 | 18:20 Uhr

In meinem letzten Beitrag über die St. Pauli Vollgasrocker Ohrenfeindt habe ich angekündigt, dass ich mir deren aktuelle CD “Mit Vollgas & Blaulicht” in der Limited Edition bestellt habe. Leider war ich ein wenig spät und so musste die versprochene Rezension auf diese Woche verschoben werden. Mittlerweile ist die Bestellung eingetroffen und ich habe beim Sprechen der Podcastepisode gemerkt, dass ich trotz 15min intensiver Auseinandersetzung mit dem Werk viel zu wenig erzählen konnte.

Dieses Album ist rundum gelungen. Nicht nur die Verpackung hebt sich mit ihrer Aufmachung als Hardcover (ich vergleiche das Case mit einem WAS IST WAS – Buch, weil es sich ähnlich anfühlt) von anderen CDs ab. Auch der Inhalt in Form von zwei CDs, einem fest eingebundenen Booklet sowie einem feinen Artwork verdienen volle Anerkennung (so oder so kann das Verhaftetwerden sogar Spaß machen). Insgesamt lohnt es sich bei dieser Limited Edition, eine CD zu kaufen, die man später bestimmt immer wieder gerne aus dem Regal nimmt, um sie nicht nur anzuhören.

Musikalisch lässt sich das Konzept fast ganz einfach als knallharter Rock mit drückender, aber nicht treibender Rhythmussektion gepaart mit heftig fetten Riffs und unbeschreiblichem Gesang umreißen. Im Gegensatz zu den vorhergehenden Veröffentlichungen finden bei dieser Produktion auch Piano, Orgel, Bottleneck und Mundharmonika Eingang ins Arrangement, runden den Klang fast unmerklich ab und geben den Songs eine mitunter leicht bluesige oder soulige Färbung. Manchmal ertappte ich mich, hinter den Riffs neben dem unverkennbaren Einfluss von AC/DC auch Elemente von Led Zeppelin, Slash’s Snakepit und gar Helix zu hören.

Besonders erwähnenswert finde ich neben der Musik die gewaltige Kraft der Texte. Es ist ganz bestimmt nicht leicht, interessante und ansprechende Themen zu finden, um darüber deutsche Texte für Rockmusik zu schreiben. Wenn es dem Texter beim Schreiben zudem gelingt, nicht in den Sog des unheilvollen Dreiecks aus Seichtigkeit, Betroffenheit und Missionierungsdrang zu geraten und er sich ganz einfach darauf beschränkt, Geschichten zu erzählen, dann hat er in meinen Augen gewonnen. Genau das ist es, was dieses Album ausmacht. Den Hörer erwarten zwölf Geschichten, die akzentuiert genau das erzählen, was jedem selbst passieren kann oder was jeder selbst schon einmal erlebt hat. Nicht mehr und nicht weniger. Mir drängte sich beim Hören der Texte der Vergleich mit einem Bildhauer auf, der gefragt wurde, ob es schwer sei, Skulpturen zu schaffen. Er antwortete, dass es eigentlich jeder könne. Man müsse nur den überflüssigen Stein aus dem Marmorblock schlagen, dann komme die Skulptur von selbst hervor.

Wer nun neugierig geworden ist, kann sich die Hörproben anhören.

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Fotos: Sarah Kollmar (Band) und Stefan Sackmann (Cover)

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#176 Wild T & The Spirit

von musicampus | 28. Februar 2007 | 18:38 Uhr

Vorbild für Jeff Healey und gern gesehener Musiker u.a. bei David Bowie, rockt Tony “Wild T” Springer mit seiner Power Blues Rockband “Wild T & The Spirit” Kanada.

Mit seinen Mannen Guenther Kapelle und Chris Lesso haben Sie sich jenseits des Atlantiks eine ordentliche Reputation erspielt – nur in Deutschland sind sie noch ein Geheimtipp.

Viele Infos zur Band findet Ihr auf ihrer Homepage und Hörbeispiele bei MySpace.

Erwähnt sollte auch noch der Jimi Hendrix Tribute werden.

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#153 “Bilder hören” von Marcus Breiteneder

von musicampus | 24. Januar 2007 | 20:36 Uhr

breiteneder.jpgMarcus Breiteneder hat am 15.01.07 seine lang erwartete CD herausgebracht.In einem extra langen Podcast habe ich heute die CD “Bilder hören” besprochen. Bitte verzeiht mir das etwas scheppernde Intro – ich habe die Bitrate etwas herunter gesetzt, damit Ihr nicht so lange Downloadzeiten habt.

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