Link gegen Mac

von musicampus | 27. Juni 2010 | 22:13 Uhr

Link gegen Mac auf www.musicampus.deLange hat es gedauert, bis mal wieder ein Artikel von mir online geht. Spät ist es heute auch wieder geworden, denn eigentlich wollte ich diesen Beitrag während des Deutschlandspiels schreiben. Weil mein Nervenkostüm bereits nach dem Formel 1 Rennen blank lag (der Unfall von Webber war nicht von schlechten Eltern), hatte ich keine Ambitionen mehr, das Fußballspiel intensiv zu verfolgen. Aber als ich mich anschickte, diesen Beitrag zu schreiben und Eye-TV nebenbei lief, fand ich keine Ruhe. Das Spiel war zu genial. Das Ergebnis war auch nicht zu verachten.

Zum eigentlichen Thema: vor einigen Wochen rief Ad auf, gegen einen Link bei Apfelquak seinen ausgedienten Mac abzutreten. Das passte, da ich zu dem Zeitpunkt mit dem Gedanken spielte, mein mittlerweile sechs Jahre altes Powerbook G4 12″ gegen ein niegelnagelneues iPad zu tauschen.

Mittlerweile habe ich das iPad und so sollte es kommen, dass Martin für sein Projekt mein Powerbook bekommen sollte. Letzten Samstag war es dann soweit. Weil die MixTape-Fee und ich nach Gießen fuhren, um eine Hochzeit zu feiern und uns unser Weg über Kassel- Wilhelmshöhe führte, habe ich kurzfristig einen Termin zur Übergabe mit Martin ausgemacht.

Bis Hannover lief auch alles glatt, über Twitter hatte ich Martin über den aktuellem Stand unserer Reise mitgeteilt, aber ab Hannover war der Wurm drin: kontinuierlich verloren wir Zeit und so erreichten wir Martin erst mit mehr als 30 Minuten Verspätung. Außerdem hielt der Zug nicht so, wie es in Kassel angekündigt war. So kam es, dass auch die Weitergabe des Powerbook in einer James Bond mäßigen Übergabe resultierte – genauso wie damals war, als ich es erhielt.

Aber nun freue ich mich, dass mein Powerbook, das eine so interessante Geschichte hat (schon die Übergabe war ein Hit, meine ersten Podcasts habe ich damit aufgenommen, meine Dissertation habe ich damit geschrieben und es war mein treuer Begleiter an vielen Abenden auf dem Sofa), bei Martin im Museum einen Stammplatz ergattern konnte. Ehrlich gesagt habe ich mich nur schwer trennen können, weil es eben mein erster Mac war und schon der Kauf so besonders war. Aber bei Martin ist es sicher gut aufgehoben und ich bin gespannt, wie oft es noch bei ihm im Blog auftauchen wird.

BUIKA | Konzert in Berlin

von musicampus | 17. Mai 2010 | 21:01 Uhr

BUIKA | Konzert in Berlin auf www.musicampus.deHeute gibt es ein kurzes Intermezzo mit einer wichtigen Ankündigung. Vor einigen Wochen erreichte mich aus Hamburg die wunderbare CD El último trago der Künstlerin Concha Buika, das in Zusammenarbeit mit Chucho Valdés entstanden ist. Seit dem vergangenen Herbst feiert sie mit dem Repertoire aus diesem Album Erfolge in Frankreich, Spanien, Südamerika und in den USA. Wegen der krankheitsbedingten Absage ihrer Shows im April werden zumindest die Fans in Berlin noch im Mai in den Genuss kommen, BUIKA mit ihrer einzigartigen Stimme endlich auch in Deutschland live zu erleben. Weitere Shows sind bereits für Frankfurt und Düsseldorf bestätigt .

Begleitet wird BUIKA dabei von Pianist Ivan „Melon“ Gonzalez und Percussionist Fernando Favier.

Folgend die weiteren Tourdaten:

20. Mai: Berlin – Passionskirche
17. August: Frankfurt/M. – Palmengarten
28. September: Düsseldorf – Altstadtherbst Kulturfestival

Wie ich eingangs schon angedeutet habe, liegt mir das Album vor und ich habe es fasziniert genossen. Allerdings bin ich bisher noch nicht dazu gekommen, eine Rezension zu verfassen, was ich aber an dieser Stelle schon einmal ankündigen möchte.

Weil aber das Konzert bereits recht bald ist, wollte ich meinen Leserinnen und Lesern dieses besondere Konzertereignis einer Künstlerin, die natürlich auch eine MySpace Seite hat, nicht vorenthalten.

Mad X-Ray | N:E.O.N.

von musicampus | 2. Mai 2010 | 20:22 Uhr

Mad X-Ray | N:E.O.N. auf www.musicampus.deAus Leipzig kommen Mad X-Ray, die Anfang des Jahres ihr Album N:E.O.N. veröffentlicht haben. Dieses Album ist ein ganz außergewöhnlicher Hörgenuss, bei dem ich immer wieder fasziniert zwischen sofort ausschalten und weiterhören schwanke. Leichte Kost ist N:E.O.N. wirklich nicht, klingt ziemlich brachial und man sollte sich hüten, das Album nebenbei zu hören. Dass die Musiker aus Deutschland hätte ich nicht gedacht. In der Bandbeschreibung, die mir mit der CD geliefert wurde, steht, dass Manuel H. Noll (dr), Mirco Schulze (git/voc) sowie Mario Noll (b/voc) mit ihrer Musik die Widersprüche zwischen Motorpsycho und Masters of Reality überwinden.

Das mag wohl sein – allerdings habe ich bisher weder etwas von Motorpsycho und Masters of Reality gehört und gewusst, dass es hier gewisse Spannungen gibt. Nichtsdestotrotz sollten die Leserinnen und Leser, die gerne Indie der härteren und schwereren Gangart hören, sich einen Eindruck auf deren MySpace Seite verschaffen.

Wer aus der Gegend kommt, kann sich Mad X-Ray demnächst auch live anhören:

22. Mai 2010 hammerberg, Freiberg

und dann wieder Ende des Jahres:

12. November 2010 Cafe Wagner, Jena
19. November 2010 Atomino, Chemnitz
20. November 2010 Moritzbastei, Leipzig

Rain | Musical Theater Bremen

von musicampus | 1. Mai 2010 | 17:35 Uhr

Gestern waren die MixTape-Fee und ich im Bremer Musical Theater und haben uns ein Konzert der Beatles Coverband Rain angehört. Schon im vergangenen Jahr berichtete ich über die Gruppe aus den USA, die zu Gast bei Thomas Gottschalk war und wünschte mir, deren musikalisches Spektrum live anschauen zu können. Momentan bietet sich die Gelegenheit dazu: seit dem 27.04. und noch bis zum 02.05. gastieren Rain in Bremen und bieten eine rund zweieinhalbstündige Live-Show rund um die verschiedenen Schaffensphasen der Beatles.

Zu Weihnachten habe ich bereits die Karten geschenkt bekommen – und das war gut so, da das Musical Theater zu gefühlten 99% ausverkauft war. Unsere Plätze hätten fast nicht besser sein können, da wir genau vor dem Mischpult saßen und so vermutlich den besten Sound hatten.

Pünktlich begann die Show, die übrigens einen ziemlich interessanten Rahmen hat: Rain spielen die verschiedenen Phasen der Beatles in originalgetreuen Kostümen und auf zwei großen Monitoren wird mit Filmen in die jeweilige Zeit eingeführt.

Neben musikalischen Einspielern, Werbung der entsprechenden Zeit und den damaligen politischen Gegebenheiten werden – und das kam beim Publikum besonders gut an – Szenen gezeigt, die jeder Beatles-Fan kennt, die aber von den Musikern von Rain nachgestellt wurden. Großartig waren der Auftritt bei der Ed Sullivan Show oder die nachgestellten Plattencover.

Die Show ist in zwei Akte aufgeteilt, wobei im ersten Teil die frühen Jahre bis zum Sgt. Pepper Album gezeigt wurden. Rain trat zunächst mit den typischen Anzügen und Pilzkopfperücken auf und wechselte dann in die Neru-Jackets, die die Vier beim Auftritt im Shea Stadium trugen. Zum Abschluss wurde in die vier verschiedenen Uniformen der Sgt. Pepper’s Lonely Hearts Club Band gewechselt und die Band entließ uns mit dem fulminanten Schlussakkord von A Day in a Life, der von einem Film einer explodierenden Atombombe begleitet wurde, in die Pause.

Im zweiten Teil war die Show zunächst von den psychodelischen Momenten der Beatles geprägt und hatte mit I’m a Walrus und einer halb akustischen und halb “originalen” Version von While my guitar gently weeps die besten Songs des Abends. Zum Abschluss traten Rain in den Kostümen auf, die die Beatles auf dem Cover des Abbey Road Albums trugen. Mit Come together, Get Back, Give Peace A Chance, Revolution und The End wurde der offizielle Teil der Show abgeschlossen. Allerdings forderte das Publikum Zugaben und so wurde gemeinsam Let it be und Hey Jude gesungen, bevor nach Rock’n Roll Music endgültig der Vorhang fiel.

Das Konzert war rundum gelungen, die Band vermittelte Spielfreude und das Konzept war durchdacht und machte dem Publikum Spaß. Einige Punkte machten mir besonders Spaß: “Paul” war außergewöhnlich, weil er den Bass linkshändig, aber bei Blackbird rechtshändig Gitarre spielte. Zu Gast war während unserer Aufführung das St. Pauli Urgestein Horst Fascher, dessen Buch eine Pflichtlektüre für den interessierten Beatlesfreund ist. Außerdem stand “John” plötzlich dem Outfit auf der Bühne, das der echte John Lennon 1972 während seines Konzerts in New York trug. Ich habe keine Ahnung, wann er das Kostüm wechselte.

In meinem vorherigen Beitrag zu Rain fragte ich mich, wie die Band wohl die “späteren” Alben umsetzt und wie dies wohl klinge. Umgesetzt wurden die besonderen Effekte wie Orchester oder Streichersätze durch einen Keyboarder, der dezent und unbeleuchtet im Hintergrund werkelte. Lediglich sein Bildschirm leuchtete und erst beim E-Piano Solo von Get Back wurde er voll beleuchtet.

Musikalisch war an Rain für mich nichts auszusetzen – alles klang fast original wie von der Platte. Enorm waren auch die Stimmähnlichkeiten von “Paul” und “John”. Es hat richtig Spaß gemacht, das Konzert zu verfolgen.

Heute abend und morgen sind die Vier von Rain, die eigentlich fünf sind, noch zu Gast in Bremen. Vielleicht wäre dies eine gute Alternative zum Fernsehabend am Wochenende.

Paul Vincent | Herzlichen Glückwunsch

von musicampus | 26. April 2010 | 19:39 Uhr

Paul Vincent | Herzlichen Glückwunsch auf www.musicampus.deDer Name Paul Vincent sagte mir gar nichts, als ich ihn das erste Mal hörte. Das muss allerdings nichts heißen und eine weitere Auseinandersetzung mit der von mir an mich gestellten Aufgabe ergab, dass es sich hierbei um einen äußerst interessanten Künstler handelt, den ich bestimmt schon einmal gehört haben musste. Dazu weiter unten. Außerdem hat er am 25.03.2010 ein Album herausgebracht, von dem ich das Lied “Schlechte Zeiten” bereits anhören konnte.

Herzlichen Glückwunsch ist, so konnte ich den einschlägigen Berichten im Internet entnehmen, bereits Paul Vincents viertes deutschsprachiges Album. Schon im Jahre 1975 veröffentlichte er das Album Vincents fliegender Rock’n'Roll Zirkus. Wenige Jahre später folgte das Konzeptalbum Sternreiter und mit Bessere Zeiten veröffentlichte Paul Vincent 2006 sogar eine komplette Rockoper in deutscher Sprache.

Seine Solokarriere verfolgt Paul Vincent seit 2003 wieder aktiv. Bis dahin war er in erster Linie als Gitarrist für internationale Künstler wie Freddie Mercury, Sting oder Meatloaf sowie als Filmmusikkomponist tätig. Spätestens hier habe ich ihn sicherlich schon einmal gehört, ohne allerdings zu wissen, wer er ist. Von 1976 bis 1980 war Paul Vincent Mitglied und Koproduzent von Udo Lindenbergs Panikorchester. Außerdem spielte und schrieb er auch für Peter Maffay, Stefan Waggershausen und Ulla Meinecke.

Auf seiner MySpace Seite kann man sich einen Überblick über sein Schaffen machen.

Wer ihn live sehen möchte, hat hier die Gelegenheit dazu:

15.05.2010: Habach (D), Village
17.07.2010: Heilbronn (D), Waldhaus Open Air
28.08.2010: Detmold (D), Waldbühne am Hermannsdenkmal
29.08.2010: Lippstadt (D), Cosack
18.09.2010: Dillingen, (D), Funkhaus Halberg
07.10.2010: Miltenberg (D), Beavers
08.10.2010: Villingen-Schwenningen (D), Scheuer
09.10.2010: Metzingen (D), Hirsch
14.10.2010: Augsburg (D), Spectrum
04.12.2010: Schelklingen (D), Stellwerk

Nur zu Besuch | Powerpop aus dem Murgtal

von musicampus | 22. April 2010 | 19:08 Uhr

Nur zu Besuch auf www.musicampus.deWieder einmal gibt es etwas Interessantes aus dem Newcomer Bereich zu berichten. Wobei es die Bezeichnung Newcomer nicht wirklich trifft, da es die Band Nur zu Besuch bereits seit 2006 gibt und sie seitdem bereits auf einige Erfolge zurückblicken kann. So spielte Nur zu Besuch als Support für Reamonn, Silbermond, Christina Stürmer oder The Hooters und war Online Sieger der Coca Cola Soundwave Discovery Tour 2007. Nur zu Besuch sind Sebastian (voc), Jan (b), Fab (dr) und Chris (git) aus dem Murgtal im Schwarzwald.

Als ich deren Demo hörte, das aus dem Cubeaudio Studio stammt, war ich zweifach positiv überrascht. Die erste Überraschung war, dass Nur zu Besuch deutsch singt, was ich grundsätzlich sehr begrüße, da das Schreiben deutscher Texte in meinen Augen viel schwieriger und anspruchsvoller ist, als englische Texte.

Die zweite Überraschung war die außerordentliche Qualität der Musik der knapp Anfang 20jährigen. Nicht nur, dass die Songs sehr kraftvoll sind. Sie sind klasse arrangiert und die Texte sind einfach gut. Wer sich davon überzeugen möchte, kann auf der MySpace Seite in die im Studio aufgenommenen Songs hineinhören. Als kleines Bonbon gibt es ein kleines Live-Album zum kostenlosen Download.

Vielleicht mag es der eine oder andere Leser als despektierlich empfinden, dass ich die Musik von Nur zu Besuch als Powerpop bezeichne. Aber die schönen Harmonien in Verbindung mit den eher härteren Arrangements lassen diese Bezeichnung einfach zu. Es klingt manchmal ein wenig nach den Wildhearts – und als richtigen Rock würde ich deren Musik auch nicht bezeichnen. Zumindest deren Album The Wildhearts must be destroyed.

Letztlich wird abzuwarten sein, inwieweit es Nur zu Besuch gelingen wird, Ihr Potenzial zu auszuschöpfen und wir noch lange von der Band aus dem Murgtal hören werden.

J.B.O. in Wilhelmshaven

von musicampus | 21. April 2010 | 19:10 Uhr

J.B.O. in Wilhelmshaven auf www.musicampus.deAls ich vor einiger Zeit erfuhr, dass J.B.O. im Rahmen ihrer I Don’t Like Metal – I Love It – Tour am 24.04.2010 in Wilhelmshaven im Pumpwerk (Support: Hassliebe) auftreten werden, fragte ich mich zunächst: Avanciert Wilhelmshaven zur Weltkulturhauptstadt Norddeutschlands? Innerhalb kürzester Zeit ist mit J.B.O. neben dem Queen Klassical ein weiteres musikalisches Highlight in der Stadt am Jadebusen zu Gast. Dieses Mal wird zwar eine vermutlich andere Klientel angesprochen, nichtsdestotrotz gehört J.B.O. mit mehr als 20 Jahren Präsenz auf nicht nur deutschen Bühnen zu den etablierten Künstlern unseres Landes.

Sie einfach nur als Spaß-Metaller oder Blödel-Rocker zu bezeichnen, wird ihnen nicht gerecht, auch wenn der Spaß die Grundlage des Erfolgs von J.B.O. ist: denn als kurzfristiges Spaßobjekt wurde diese Band 1989 gegründet und hatte innerhalb kürzester Zeit einen so großen Erfolg, dass ihre CDs die oberen Chartregionen erklimmen konnte.

Auch eine Umbesetzung Anfang des Jahrtausends beeinträchtigte den Erfolg nicht und Auftritte in ganz Europa und Fans sogar aus Fernost bescheinigen, dass das Konzept der Band nicht unstimmig sein dürfte.

Schade ist, dass ich nicht zum Konzert kommen kann, würde mich aber freuen, wenn einer meiner Leserinnen oder Leser an dieser Stelle einen Kommentar zum Konzert hinterlassen könnte, wenn er oder sie dabei gewesen sein sollte.

My Glorious | Home Is Where The Heart Breaks

von musicampus | 20. April 2010 | 19:58 Uhr

My Glorious | Home Is Where The Heart Breaks auf www.musicampus.deEs gibt wieder interessante Neuigkeiten aus Österreich. Mit dem Album Home Is Where The Heart Breaks der österreichisch englischen Band My Glorious zeigt sich Österreich von einer sehr alternativ poppigen Seite. Es ist bereits einige Wochen her, dass ich die CD das erste Mal hörte und dachte: das Warten hat ein Ende. Nämlich das Warten auf etwas Neues, das mich anspricht. Den Lesern von musicampus dürfte mittlerweile hinlänglich bekannt sein, dass ich ein Faible für rockige, poppige und alternative klingende Bands habe, die es verstehen, Melodisches und Rockiges so zu verbinden, dass daraus ein interessanter Höreindruck entsteht.

So ist es auch bei diesem Album der Fall, bei dem neben verzerrten Bässen, hartem Schlagzeugspiel und gitarrenlastigen Hooklines auch mit Effekten aus dem Tonstudio experimentiert wird. Es hat mich auch gefreut, dass es wieder einmal Zitate bei den Fab Four gegeben hat, die so geschickt verarbeitet wurden, dass sie mir nicht gleich aufgefallen sind.

My Glorious ist ein Garage Rock Trio, das derzeit seinen Sitz in Wien hat. Es besteht aus dem Sänger und Gitarristen Samuel Fischer (UK) und den Zwillingen Gregor Sailer (A) am Bass und Paul Sailer (A) am Schlagzeug. Die Band formierte sich im Januar 2008. Seit der Gründung ist My Glorious bereits in Österreich, Deutschland, Bosnien und dreimal in den USA getourt. Im Februar 2010 erschien ihr Album Home Is Where The Heart Breaks in Europa und im März 2010 wurde die CD in den USA veröffentlicht.

Es macht richtig Spaß, dieses Album anzuhören und lediglich ein häufiger angewandter Harmoniegesang wäre noch das Tüpfelchen auf dem i.

Wer Coldplay, Radiohead, Foofighters oder Fountains of Wayne gerne hört, dürfte von My Glorious begeistert sein und kann sich auf deren MySpace Seite einen Höreindruck verschaffen.

Queen Klassical in Wilhelmshaven

von musicampus | 19. April 2010 | 20:08 Uhr

Merqury auf www.musicampus.deVor ein paar Tagen habe ich an dieser Stelle vom Queen Klassical berichtet, das von der Queen Coverband Merqury gemeinsam mit dem Orchester und dem Chor der Universität Bremen bestritten wurde. Mit ein wenig gemischten Gefühlen machte ich mich auf die Reise an den Jadebusen, da es in meinen Augen etwas Besonderes ist, wenn man sich anschickt, die Werke einer besten Bands der Welt zu interpretieren. Gerade wagemutig erscheint es dann, wenn die Band dies gemeinsam mit Chor und Orchester und neuen Arrangements in Angriff nimmt.

Meine leichten Zweifel wurden allerdings schon bei der Overtüre Lügen gestraft und während des gesamten mehr als zweistündigen Konzerts hörte ich fasziniert den Musikern zu. Sowohl Merqury als auch der besagte Chor samt Orchester unter der Leitung von Bernd Wefelmeyer, der auch für die Arrangements verantwortlich war, haben Großartiges geleistet.

Geradezu symbiotisch ergänzten sich alle Beteiligten und schafften ein Klangbild, das die echten Queen wohl nicht besser hinbekommen hätten. Schloss ich die Augen, konnte ich die Stimme des Sängers von Merqury meistens fast nicht von der Freddie Mercurys zu unterscheiden.

Wunderschön waren auch die dargebotenen Gesangsduette von Johnny Zatylny und der Sopranistin Sandra Danyella. In Verbindung mit den glamourösen Auftritten in Abendrobe verliehen diese Auftritte dem Gesamtbild eine ganz besondere Note.

Faszinierend war im übrigen der Bassist Volker Kaminski, der mit Oberamen ausgestattet ist, die wohl dem Umfang meiner Oberschenkel haben dürften. Dass er derartig muskelbepackt filigrane Bassläufe bewerkstelligen konnte, grenzt für mich fast an ein Wunder (seine Finger habe ich leider nicht sehen können).

Insgesamt war dieses Konzert in mehrfacher Hinsicht außergewöhnlich: wieder einmal hat Musik zeigen können, dass sie generationsübergreifend Freude bringen kann. Meine 82jährige Schwiegeroma war so begeistert, dass es nicht gelogen ist, sie als Queen Fan zu bezeichnen. Auch das tolle Zusammenspiel von Musikern aus den Bereichen E- und U-Musik warf wieder einmal die Frage auf, ob diese Kategorisierung eigentlich sinnvoll ist.

Allerdings verstehe ich eines nicht: im Vorfeld des Konzerts wurde richtig viel und sehr intensiv geprobt. Dennoch war das Konzert in dieser Konstellation offenbar einmalig. Weshalb man die Möglichkeit nicht beim Schopfe ergriff, um auch in Bremerhaven, Bremen oder Oldenburg zu spielen, verstehe ich nicht. Dies ist ein Verlust für alle Beteiligte und auch für potenzielle Zuhörer.

Wer aber die Möglichkeit bekommen sollte, ein Queen Klassical mit Merqury einmal live zu sehen, sollte diese unbedingt wahrnehmen!

Mile End | Milky Tea

von musicampus | 16. April 2010 | 20:14 Uhr

Mile End | Milky Tea auf www.musicampus.deAls musicampus vor vier Jahren das Licht der Welt erblickte, hatte ich die Gelegenheit, die Gießener Band Mile End das erste Mal live zu sehen und berichtete darüber. Mein alter Weggefährte Alexander Nüske, den ich vor ewigen Zeiten in Liverpool kennen und schätzen lernte, war damals Keyboarder bei der Band und organisierte ein Interview. Das erste Interview, das ich für musicampus führte. Seitdem habe ich aus der Entfernung immer wieder ein wenig von der Band gehört und verloste sogar einmal deren damals aktuelle EP.

Mittlerweile hat sich die Besetzung von Mile End ein wenig geändert, u.a. ist Alex nicht mehr dabei, aber es gibt sehr gute Neuigkeiten: das aktuelle Album Milky Tea ist mittlerweile veröffentlicht worden und wurde mir freundlicherweise von der Band zur Verfügung gestellt.

Schon damals war ich fasziniert von den im Grunde poppigen Songstrukturen mit immer wieder völlig überraschenden Breaks und Offbeat-Einlagen und war gespannt, was Milky Tea bringen wird.

Zwölf Songs sind auf dem Album enthalten, die diejenigen, die die Band bereits kennen, begeistern dürften. Mile End sind sich mit diesem Album treu geblieben, klingen aber anders, was nicht zuletzt am Saxophonspiel von Thomas Pleger liegen dürfte. Das Fehlen der Orgel und des E-Pianos wird durch neuartige, saxophonbestimmte Arrangements ausgeglichen. Ob dies nun besser ist oder nicht, möchte ich gar nicht beurteilen – es klingt wirklich anders und vor allem wirklich gut.

Beeindruckt hat mich wieder einmal Annika Bock. Wenn man sie persönlich kennt und sie gesehen hat, ist man immer wieder überrascht, wie erstaunlich tief und kraftvoll ihre Stimme klingt. Thomas Charisse und Dirk Papendorf bilden die Rhythmussektion, die auf mich wirkt, als hätten sie schon immer miteinander gespielt. Den Abschluss bildet Konrad Bohl an der Gitarre, der auch auf diesem Album wieder mit seiner stilistischen Vielfalt eine sichere Bank bildet.

Insgesamt dürfte Milky Tea das wohl zahmste Werk sein, das die fünf Musiker produziert haben, aber in meinen Augen ist es auch das interessanteste und gelungenste Album.

Ambiguous Art, Blockhead und Standing In Line sind meine absoluten Favoriten und spiegeln die Vielfalt, die instrumentalen Fähigkeiten und das erstklassige Songwriting wider.

Wer sich einen Eindruck verschaffen möchte, sollte auch einmal auf die MySpace Seite schauen.