Mile End | Milky Tea
von musicampus | 16. April 2010 | 20:14 Uhr | Artikel drucken
Als musicampus vor vier Jahren das Licht der Welt erblickte, hatte ich die Gelegenheit, die Gießener Band Mile End das erste Mal live zu sehen und berichtete darüber. Mein alter Weggefährte Alexander Nüske, den ich vor ewigen Zeiten in Liverpool kennen und schätzen lernte, war damals Keyboarder bei der Band und organisierte ein Interview. Das erste Interview, das ich für musicampus führte. Seitdem habe ich aus der Entfernung immer wieder ein wenig von der Band gehört und verloste sogar einmal deren damals aktuelle EP.
Mittlerweile hat sich die Besetzung von Mile End ein wenig geändert, u.a. ist Alex nicht mehr dabei, aber es gibt sehr gute Neuigkeiten: das aktuelle Album Milky Tea ist mittlerweile veröffentlicht worden und wurde mir freundlicherweise von der Band zur Verfügung gestellt.
Schon damals war ich fasziniert von den im Grunde poppigen Songstrukturen mit immer wieder völlig überraschenden Breaks und Offbeat-Einlagen und war gespannt, was Milky Tea bringen wird.
Zwölf Songs sind auf dem Album enthalten, die diejenigen, die die Band bereits kennen, begeistern dürften. Mile End sind sich mit diesem Album treu geblieben, klingen aber anders, was nicht zuletzt am Saxophonspiel von Thomas Pleger liegen dürfte. Das Fehlen der Orgel und des E-Pianos wird durch neuartige, saxophonbestimmte Arrangements ausgeglichen. Ob dies nun besser ist oder nicht, möchte ich gar nicht beurteilen – es klingt wirklich anders und vor allem wirklich gut.
Beeindruckt hat mich wieder einmal Annika Bock. Wenn man sie persönlich kennt und sie gesehen hat, ist man immer wieder überrascht, wie erstaunlich tief und kraftvoll ihre Stimme klingt. Thomas Charisse und Dirk Papendorf bilden die Rhythmussektion, die auf mich wirkt, als hätten sie schon immer miteinander gespielt. Den Abschluss bildet Konrad Bohl an der Gitarre, der auch auf diesem Album wieder mit seiner stilistischen Vielfalt eine sichere Bank bildet.
Insgesamt dürfte Milky Tea das wohl zahmste Werk sein, das die fünf Musiker produziert haben, aber in meinen Augen ist es auch das interessanteste und gelungenste Album.
Ambiguous Art, Blockhead und Standing In Line sind meine absoluten Favoriten und spiegeln die Vielfalt, die instrumentalen Fähigkeiten und das erstklassige Songwriting wider.
Wer sich einen Eindruck verschaffen möchte, sollte auch einmal auf die MySpace Seite schauen.






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