My Elegy | moderner Metalcore
von musicampus | 17. Januar 2010 | 17:26 Uhr
Im Laufe meines musikalischen Lebens bin ich mit bereits mit vielen Namen für Stilrichtungen konfrontiert worden und ich bin immer geneigt zu sagen, dass ich mittlerweile sämtliche Stilbezeichnungen kennen müsste. Als ich dann allerdings im vergangenen Herbst die EP Causa Finita von fünf jungen Männern aus Bruchsal hörte und erfuhr, dass der Stil moderner Metalcore genannt wird, stellte sich bei mir eine Art Aha-Effekt ein. Wieder einmal hatte ich dazu gelernt und festgestellt, dass dem Erfindungsreichtum keine Grenzen gesetzt sind und dieser Stil bereits weitreichend etabliert ist. Ob ich jemals Freund dieser Stilrichtung werde, dürfte allerdings fraglich sein. Was uns My Elegy auf der EP bietet, ist schon starker Tobak. Nicht, dass mir harte Musik nicht gefallen würde, aber hier fühlte ich mich – ich beschreibe es einmal so: überfordert.
Im Jahre 2005 wurde My Elegy in Bruchsal gegründet und besteht aus Kevin Becker (voc), Norman Trautmann (git), David Becker (git), Christoph Becker (bass) und Markus Mohr (drums). Ihre Ziele sind hoch gesteckt und ambitioniert, denn sie wollen nicht nur Deutschland und Europa erobern, sondern am liebsten die ganze Welt.
Die ersten Schritte haben sie bereits erfolgreich hinter sich gebracht, denn sie haben bereits mehrere lokale Bandwettbewerbe gewonnen und konnten sich 2008 gegen 2000 andere Bands behaupten. Die Folge war ein Auftritt auf dem Summer Breeze Festival, bei dem sie weitere Freunde gefunden haben.
Im Januar 2009 haben sie die angesprochene EP in Zusammenarbeit mit dem Team des Cubeaudio Studios aufgenommen.
Death, Thrash und Progressive Metal und Hardcore-Anklänge bilden die Einflüsse, auf deren Grundlage die Band ihre Songs schreibt und entwickelt. Schnelle harte Parts – und ich meine schnell und ich meine hart – wechseln sich mit langsamen druckvollen Breakdowns ab und prägen zusammen mit melodischen und emotional geladenen Interludes den besonderen Stil von My Elegy.
Genau das ist es, was die Band ausmacht: sie lieben die Freiheit, die sie sich beim Überschreiten von Grenzen verschiedener Genres nehmen und entwickeln dabei ihre eigene musikalische Sprache.
Freunde des Metal und Hardcore dürften viel Freude bei dieser Band haben. Einen Eindruck kann man sich auf ihrer MySpace Seite verschaffen.
Katarina Koščová | Nebotrasenie
von musicampus | 9. Januar 2010 | 15:46 Uhr
Nebotrasenie heißt der musikalische Leckerbissen der slowakischen Künstlerin Katarina Koščová, mit dem ich mich aus der Weihnachtspause zurückmelde. Während in Deutschland seit Jahresbeginn der Superstar 2010 gesucht wird, kann sich Katka, wie sie auch liebevoll genannt wird, bereits als Gewinnerin der Variante aus der Slowakei glücklich schätzen, den Absprung aus der BMG Maschinerie geschafft zu haben, in der sie kaum Einfluss auf die Songs hatte.
Nebotrasenie ist bereits das dritte Album der knapp 28jährigen und das erste, bei dem ihr das kleine Label Slnko Records als Co-Produzentin die Unabhängigkeit gibt, ihre eigene Richtung zu gehen. Mit der Sicherheit erstklassiger Musiker, die sie begleiten, hat sie ein wunderbares Werk geliefert, das unbedingt hörenswert ist.
Das Album erhielt ich zeitgleich mit zwei weiteren CDs, die ich nur kurz anspielen wollte. Zum Leidwesen der MixTape-Fee, die eigentlich mit mir Einkaufen gehen wollte, blieb ich bei Nebotrasenie hängen und war ganz gefangen von der Bandbreite der Lieder, die eine Mischung aus Chanson, Folk, Jazz und einen Hauch von Pop umfasst. Beeindruckend ist darüber hinaus, dass das Album mit der gewissen Schwere durchzogen ist, die wohl aus slawischen Einflüssen resultiert.
Erwähnenswert ist noch, dass Katka mit Blues O Nespavosti einen erstklassigen Blues präsentiert, der deshalb besonders und ungewöhnlich klingt, weil er slowakisch gesungen wird.
Nebotrasenie ist aber nicht nur eine Sammlung von Liedern, sondern auch ein Buch voller Gedichte, die von Michal Baláž geschrieben wurden. Mangels Kenntnis der slowakischen Sprache bleibt mir dies allerdings unerschlossen. Vielleicht gibt es einmal eine deutsche Übersetzung, denn Katka wird wohl in diesem Jahr Deutschland besuchen kommen. Bisher tourte sie durch Tschechien, durch die Slowakei und spielte in England. Für 2010 ist eine kleine Tour durch Deutschland, Österreich, und Frankreich geplant.
Insgesamt ist Nebotrasenie eine vorweihnachtliche Überraschung besonderer Art gewesen, über die ich mich besonders gefreut habe. Natürlich kann man über die obligatorische MySpace Seite einen Eindruck gewinnen.






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