Kristina Kanders | Say Something

von musicampus | 16. Dezember 2009 | 17:29 Uhr | Artikel drucken

Kristina Kanders | Say Something auf www.musicampus.deBereits heute gibt es mit der Vorstellung von Kristina Kanders und ihrem Album Say Something eine großartige kleine Vorabbescherung. Kleiner Wermutstropfen ist allerdings, dass dieses Album erst ab dem 22.01.2010 zu erwerben sein wird. Dennoch möchte ich es hier schon jetzt erwähnen, da dieses klanglich einmalige Kaleidoskop geeignet ist, seine weihnachtlichen Gutscheingeschenke sinnvoll und gut anzulegen. Mir blieb beim ersten Hören die Spucke weg, trotzdem ich zunächst nicht wusste, wie ich die Musik einordnen soll. Irgendwie klingt das Album nach Elektro, irgendwie nach Jazz, irgendwie poppig und vor allem klingt es irgendwie ungewöhnlich und abgefahren.

Diese Form der Musik scheint genau zur Vita dieser mir bis dato unbekannten und außergewöhnlichen Künstlerin zu passen. Kristina Kanders, 1962 geborene Kölnerin und Tochter der weltberühmten Konzertsängerin Agnes Giebel, ist Schlagzeugerin und Komponistin. Das musikalische Talent wurde ihr in die Wiege gelegt, denn bereits mit vier Jahren sang sie und spielte Klavier. 1987 ging sie nach New York, um dort Jazz zu studieren (Masters Degree, Queens College) und blieb dort achtzehn Jahre.

Während ihrer Zeit in New York lernte Kristina international renommierte Künstler kennen und spielte beispielsweise gemeinsam mit Cyro Baptista’s Beat the Donkey, Emiliana Torrini, Pizzicato Five, John Zorn oder Marc Ribot.

Weitere internationale Erfahrung sammelte sie bei Tourneen durch die USA, Holland und Portugal sowie musikalische Studienreisen nach Südindien und Brasilien. Außerdem war sie elf Jahre Dozentin für Schlagzeug, Percussion und Gehörbildung am Jazz & Contemporary Music Program der New School University in New York.

Derzeit produziert Kristina Kanders vornehmlich ihre eigene Musik und veröffentlichte ihr Solo Debütalbum For All People im Jahre 2008. Darauf folgten Konzerte, die sie teils allein, teils im Duo mit Bernd Gast an den Keyboards und Laptop bestritt.

Nur gute sechzehn Monate nach dem ersten Album erscheint nun im kommenden Januar das angesprochene Album Say Something, das zehn neue Kompositionen umfasst, die akustische und elektronische Klänge zwischen Jazz und Pop mit ihrer ganz persönlichen Handschrift verbinden.

Was mich an diesem Album beeindruckte, sind die durchweg experimentierfreudigen Sounds, mit denen sie arbeitet. Sie verknüpft in für mich noch nicht gehörter Form vielfältige Rhythmen und Grooves mit – ich nenne es einmal so – traditionellen Instrumenten wie Saxophon oder der wohl nicht jedem bekannten Quica.

Meine anfängliche Skepsis wich der Neugier, die dann in Begeisterung umschlug. Wer sich vorab schon einen Höreindruck verschaffen möchte, sollte ihre Website oder die obligatorische MySpace Seite besuchen. Meine beiden Favoriten des Albums sind Good Moaning und Kimnara.

Übrigens vertreibt sie, ganz independant Künstlerin, das Album selbst über iTunes, Amazon und über ihre Homepage unter music.

Die CD-Releaseparty findet am 22.01.2010 im Herbrand’s in Köln statt.

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