Bruce Wilson | Traveller

von musicampus | 4. November 2009 | 09:52 Uhr | Artikel drucken

Bruce Wilson | Traveller auf www.musicampus.deAm 02. November veröffentlichte Bruce Wilson sein Album Traveller. Na und, mag sich der eine Leser oder die andere Leserin fragen, wer ist Bruce Wilson und weshalb erfährt er eine besondere Erwähnung? Als ich das erste Mal mit dem Namen des Künstlers konfrontiert wurde, war ich wahrscheinlich ebenso ahnungslos wie wohl die meisten Leser meines Blogs. Meiner mir angeborenen Neugierde folgend begab ich mich auf die Suche nach Informationen und bin ziemlich leer ausgegangen. Mehr als einige Presseinfos, der obligatorischen MySpace Präsenz sowie seiner Website war nicht zu finden. Herauszufinden war, dass er Schotte ist und derzeit in Berlin lebt. Er hat das Album selbst komponiert, produziert und einen Großteil der Instrumente selbst gespielt. Gesungen hat er auch und für seine Arrangements hat er mit Berliner Musikern zusammen gearbeitet. Das ist nicht viel, aber glücklicherweise gab es bereits vor dem Veröffentlichungsdatum die Möglichkeit, in das Album Traveller hinein zu hören, das mich auf Anhieb ansprach.

Nun liegt es mir vor und nach mehrmaligem Durchhören stehe ich noch immer ganz unter dem Eindruck des Werks.

Zunächst einmal hat mich gefreut, dass ich zu keinem Augenblick des Anhörens das Gefühl hatte, eine Schublade öffnen zu müssen, in die ich den Stil des Albums einordnen müsste. Es klingt poppig, es sind Balladen enthalten, es orientiert sich hörbar an Einflüssen aus dem Britpop und unverkennbar übernimmt Bruce Wilson Stilelemente seiner musikalischen Vorbilder David Bowie, Counting Crows, Ultramarine, The Pretenders oder aber auch Radiohead, um nur einige zu nennen. Überhaupt hat man an mehreren Stellen den Eindruck, als sei es David Bowie selbst, der den Gesang übernommen habe – sehr frappierend ist die Ähnlichkeit bei All the Difference in the World.

Beeindruckend finde ich auch die Arrangements, die sehr aufgeräumt klingen und typische Popelemente mit klassischen Instrumenten und elektronischen Spielereien verbinden. Wieder einmal stelle ich fest, dass Elektroelemente, gefühlvoll eingesetzt, nicht im Kontrast zu Streichern, Bläsern oder gitarrenlastigen Arrangements stehen müssen, sondern diese aufwerten können.

Das Album scheint einem Konzept zu folgen. Während die ersten Titel eher ruhig und radiotauglich sind, wird Traveller zum Ende immer kraftvoller und innovativer. So bricht beispielsweise Hush Hush am Ende überraschend ab und der ruhige Popsong nimmt eine Wendung im Arrangement gepaart mit einem beatlesquen Gitarrensolo, um dann kurz das alte Thema wieder aufzugreifen bevor es fast übergangslos im fast experimentell anmutenden Down in the Dark mündet.

Traveller ist ein überraschendes Album voller Abwechslung. Bruce Wilsons Stimme gefällt mir außerordentlich gut und hat etwas von einem Geschichtenerzähler. Besonders gut gelungen ist die Kombination unterschiedlicher musikalische Genres, Stimmungen und Grooves. Alles ist stimmig und wirft bei mir die Fragen auf: weshalb habe ich vorher noch nichts von ihm gehört?

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Kommentare

3 Antworten zu “Bruce Wilson | Traveller”



  1. # 1 von myexperience4u am 4. November 2009 um 16:09 Uhr

    Kann ich voll und ganz bestätigen. Ein tolles Album. Chapeau!



  2. # 2 von Maren am 13. Dezember 2009 um 15:29 Uhr

    Vielen Dank für den Tipp! Ich habe mir auf der myspace-Seite ein paar Songs angehört und seither gehen sie mir nicht mehr aus dem Kopf. Hoffentlich kommt bald mehr von Bruce Wilson. Den Namen sollte man sich auf jeden Fall merken.
    Viele Grüße von Maren



  3. # 3 von musicampus am 14. Dezember 2009 um 11:30 Uhr

    Hallo Maren,

    es freut mich, dass ich Dir die Musik von Bruce Wilson so gut gefällt!

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