Number One! auf kabel eins
von musicampus | 3. November 2009 | 09:54 Uhr | Artikel drucken
Offensichtlich hat der Recycling-Sender kabel eins die Musik als erfolgsträchtige Nische für sein Programm entdeckt. Nicht nur, dass derzeit verstärkt Filme mit dem Themenschwerpunkt Musik gezeigt werden (kabeleins rockt lautetet der aktuelle Herbstslogan). Mit dem Format Number One! hat MTV-Moderator und VIVA-Urgestein Markus Kavka einmal mehr die Möglichkeit erhalten, sein journalistisches Können unter Beweis stellen zu können. Allein ein Hoffnungsfunke glimmt in mir, dass es ihm endlich gelingen möge, das Image der berufsjugendlichen Ansagemarionette, die ähm-end und stakkatosätzig noch jede Sendung zur Zerreissprobe werden ließ, abzulegen.
Die bereits am 28.10. ausgestrahlte erste Folge des Formats Number One! stimmte mich sehr zuversichtlich. Hier traf Kavka auf U2 Sänger Bono und führte souverän, interessiert und wortgewandt ein Interview der besonderen Art. Bono war sichtlich entspannt und wehrte Kavkas Bemühungen um ein Ende des Interviews unter Hinweis auf den kurz bevorstehenden Auftritt solange ab, bis der Manager sichtlich erbost das Interview abbrach. Köstlich waren Bonos Beschwichtigungsversuche, der alle Schuld auf sich nahm.
Wer sich die Sendung nicht anschauen konnte, kann dies nachholen.
Neu ist sicherlich auch, dass Number One! im Internet seine Entsprechung gefunden hat. In einer rund zehnminütigen Sendung NumberOne.web gibt es eine Vorschau auf die jeweils anstehende Folge und noch weitere Informationen sowie persönliche Platten- und Musiktipps. Am kommenden Mittwoch, 4.11.2009, gibt es um 22:00 Uhr die nächste Folge, bei der Markus Kavka Jon Bon Jovi treffen wird.
Wurden intelligent gemachte und interessante Musikbeiträge selbst auf den einschlägigen Musikkanälen in den vergangenen Jahren immer mehr stiefmütterlich behandelt, kann ich mir vorstellen, dass Number One! eine Zukunft haben kann. Man darf gespannt sein.
Äußerst störend finde ich auf den kabel eins Seiten übrigens die dort allgegenwärtige und übermächtige Werbung. Gräßlich, wie es blinkt, poppt und sich dreht – es hat sich eine ganz schlimme Werbekultur entwickelt. Eine weitere Unart, die mir immer öfter auffällt: wer hat eigentlich entschieden, dass es gut oder richtig oder sexy oder wie auch immer ist, dass die Mediaplayer auf den Seiten ungefragt ihren Dienst aufnehmen und Videos oder Musik unaufgefordert abspielen. Gruselig.






Kommentare
Schreibe einen Kommentar