Peter Maria – Einfach, Zweifach
von musicampus | 13. August 2009 | 19:20 Uhr | Artikel drucken
Wenn ich zwei Dinge nicht ausstehen kann, dann sind das Unpünktlichkeit und Unzuverlässigkeit. An meine Mitmenschen stelle ich, was diese beiden Eigenschaften betrifft, ziemlich hohe Anforderungen. Nicht zuletzt vielleicht auch deshalb, weil ich auch versuche, eben nicht unpünktlich und nicht unzuverlässig zu sein. Um so mehr ärgert es mich, wenn ich Zusagen nicht in dem Maße einhalten kann, wie ich sie ausgesprochen habe. Bei der folgenden Plattenvorstellung handelt es sich um einen solchen Fall. Ende Mai wurde ich angesprochen, ob ich mir vorstellen könnte, den Künstler Peter Maria vorzustellen – entsprechendes Material würde mir bei Zusage zugesandt. Nach einem ersten groben Check bei MySpace war ich sehr interessiert und bat um weiteres Material, das ich auch prompt erhielt.
Allerdings ergab es sich durch Umstände, die ich nicht beeinflussen konnte, dass sich die Vorstellung bis heute verzögert hat. Mehr als zwei Monate. So etwas ist in meinen Augen inakzeptabel und daher versuche ich nun, Schadensbegrenzung zu üben.
Vorab: das Album Einfach, Zweifach ist ein Knüller weitab vom deutschpoprockenden Mainstream. Absolut hörenswert, weil vielseitig arrangiert, witzig getextet und mit sympathischer Stimme voller Esprit gesungen.
Hörer des WDR dürften Peter Maria als zwielichtigen Plattenboss Tony Mono kennen, der die Pop-Elite parodistisch antreten lässt. Nun hat der begeisterte Musiker sein Debütalbum Einfach, Zweifach veröffentlicht, das sich durch schöne, ernste und leichte Popsongs erfreulich von dem deutschsprachigen Mist abhebt, der uns via Musikfernsehen und Jugendradiosendern als hörenswerte Kunst verkauft werden soll.
Peter Maria konnte sich bei der Produktion des Albums auf die Hilfe alter Freunde und neuer Mitstreiter verlassen: Jochen Eickenberg von N.O.H.A., der den elektronischeren Sound der Platte mitgestaltete und Wolfgang Proppe von Erdmöbel, der einen schönen Remix beisteuerte. Außerdem wirkten zwei Duett-Partnerinnen mit: gemeinsam mit der ungarisch-deutschen Sängerin Anikó singt Peter Maria im Titelsong das hohe Lied der Romantik. Mit Sam Leigh-Brown, die viele noch als Stimme des Frank-Popp-Ensemble-Hits „Hip Teens“ im Ohr haben dürften, hält er dagegen einen Abgesang auf eine Beziehung in der gar nichts funktioniert.
Das Album vereint Elektro-Pop und Gitarrenballade, surreale Kurzgeschichte und einfaches Liebesbekenntnis, zackige Streicher und große Refrains. Es sind Lieder zu hören, die mich gefesselt haben. Neige ich bei Alben – seit es CDs – gibt dazu, beim ersten Hören die Lieder der CD per skip-Taste nur vorzuhören, um mich dann auf die vielversprechendsten Titel beim Anhören zu freuen, habe ich dieses Album in einem Rutsch durchgehört.
Auch wenn es nicht nur leichte Kost ist, die geboten wird, es ist hörenswert.
Es sieht übrigens derzeit so aus, dass es mit Peter Maria ein Ferninterview geben wird – und ich habe mir zum Ziel gesetzt, damit nicht wieder zwei Monate zu warten.






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