Willkommen bei den Sch’tis

von musicampus | 26. Mai 2009 | 20:56 Uhr

Willkommen bei den Sch'tis auf www.musicampus.deEine Sache muss ich unbedingt noch nachtragen. Als ich im Februar mit der MixTape-Fee in Gießen war, erzählte uns ihr ehemaliger Arbeitskollege beim Mittagessen von einem sehr guten Film aus Frankreich. Ganz begeistert schwärmte er von einem französischen Postbeamten, der von Südfrankreich in den hohen Norden versetzt wurde, wo man einen kaum verständlichen Dialekt spricht, und sich dort einleben musste. Ehrlich gesagt hat sich mir aus der Erzählung die Qualität des Films nicht erschlossen und so habe ich ihn recht schnell wieder vergessen.

Wochen später erzählte mir die MixTape-Fee von einer Kollegin, die ihr auch von diesem ominösen Film vorgeschwärmt hat. Zufällig lief dieser Film Willkommen bei den Sch’tis im Bremer Filmkunsttheater Gondel und so beschlossen wir, zu überprüfen, ob der Film wirklich so gut ist.

Mein lieber Mann: was wir sahen, war wirklich großes Kino und nicht umsonst ist dieser Film der erfolgreichste Film Frankreichs geworden. Selten habe ich so gelacht wie bei diesem intelligenten und humorvollen Film von und mit Dany Boon in der Hauptrolle. Er und Kad Merad sind so überzeugend, dass einem nicht nur vor Lachen die Tränen kommen.

Die Story des im Original betitelten Bienvenue chez le Ch’tis ist sehr gut auf Wikipedia beschrieben, die unterstützenden Mediadateien gibt es auf der offiziellen Homepage.

Der Film ist ein Muss für jeden, der gern ins Kino geht, um zu lachen.

Vielen Dank an dieser Stelle an Isabel Schütt von prokino.de, die mir die Fotos zur Verwendung zur Verfügung gestellt.

Flughafengeburtstag: A380 in Bremen

von musicampus | 25. Mai 2009 | 21:10 Uhr

Airbus A380 in Bremen auf www.musicampus.deWie ich gestern berichtete, wurde am 10. Mai der 100. Geburtstag des Bremer Flughafens ganz groß gefeiert. Mit einem Tag der offenen Tür wurde jedem Interessierten die Möglichkeit gegeben, aufs Flugfeld zu gehen, um dort eine riesige Auswahl an alten und neuen Flugzeugen betrachten zu können. Highlight dieses Tages sollte die Landung des Flaggschiffs der Airbus Flotte werden, des A380. Diese Ankündigung war nicht nur überraschend, sondern auch erstaunlich.

Nämlich kurz nach seinem Jungfernflug kam der A380 auch nach Bremen, wo ein Teil seiner Bauteile auf dem Airbus Gelände direkt neben dem Flughafen hergestellt wird. Damals hieß es aber, dass das größte Passagierflugzeug der Welt nicht landen könne, da dazu die Landebahn nicht geeignet sei. So kam der A380 lediglich im Tiefflug vorbei und verschwand kurz danach wieder in den Weiten des Himmels.

Pünktlich zeigte sich der stählerne Koloss am Bremer Himmel und drehte einige Runden bevor er tatsächlich zur Landung ansetzte.

Samt Familie waren die MixTape-Fee und ich am Hauptbahnhof und kämpften uns in die Linie 6 in Richtung Flughafen, als ich den A380 erblickte. Ich habe ja schon einige Flugzeuge gesehen, aber dieses war schon mächtig beeindruckend, wie es scheinbar fast im Schritttempo seine Landung ankündigte.

So konnte ich es kaum abwarten, bis wir das Gelände betreten würden. Allerdings musste ich mich ein wenig gedulden, da wir vorab das Airbus Gelände besichtigten. Wahrscheinlich war das auch eine einmalige Aktion, die sich nicht wiederholen würde.

Dann ging es endlich auf das Flughafengelände, vorbei an der Security, die peinlich genau darauf bedacht war, dass niemand gefüllte PET-Flaschen mit aufs Gelände nahm. Menschenmassen quälten sich bei strahlendem Sonnenschein über das Vorfeld und betrachteten den Rosinenbomber, eine DO 28, Oldtimer und Sportflugzeuge.

Im Himmel ging es auch hoch her: ein Beluga startete und Kunstflieger zeigten ihr Können. Schön war auch die Doppeldeckerparade.

Erwartungsgemäß bildete sich die größte Menschentraube vor dem A380.
Jedenfalls bin ich froh, dass ich diesem wahrscheinlich einmaligen Ereignis beiwohnen durfte. Dass das Wetter auch noch so gut mitspielte, war da i-Tüpfelchen an diesem Tag.

Flughafengeburtstag: De Lorean mit Fluxkompensator

von musicampus | 24. Mai 2009 | 18:59 Uhr

Am 10. Mai feierte der Bremer Flughafen seinen 100. Geburtstag. Neben den vielen Attraktionen, über die ich noch berichten werde, hatte ich Gelegenheit, das Traumauto meiner Generation live sehen zu dürfen: einen echten De Lorean DMC-12 samt Fluxkompensator. Genau das Auto, mit dem Marty McFly 1985 im Film Zurück in die Zukunft seine Zeitreise ins Jahr 1955 unternahm. Leider konnten wir nicht erfahren, ob der Fluxkompensator funktioniert. Wir mussten aber davon ausgehen, weil die Digitalarmatur, mit der Marty die Zielzeit einstellte, abgebaut war. Vermutlich als reine Sicherheitsmaßnahme, damit niemand auf die Idee kommt, ihn einmal ausprobieren zu wollen.

Einige Kenner waren auch anwesend. Als ich den Fluxkompensator fotografierte, hörte ich hinter mir einen Wildfremden sagen:”Ah, noch so’n Bekloppten.” Auf meine Antwort, die ich auf ein lippengeschürztes “Bitte?” reduzierte und der ich mit einer hochgezogenen Augenbraue Verstärkung verlieh, erklärte mir der Herr, dass er in mir auch einen Kenner erkannte, da ich den Fluxkompensator fotografierte. So unterhält man sich eben unter Kennern.

Was für ein Auto – ein Flopp seiner Zeit und doch zum Kultauto avanciert.

Weitere Fotos sind übrigens zu sehen, in dem man auf das obige Foto klickt.

Zettt – January EP

von musicampus | 24. Mai 2009 | 14:41 Uhr

Zettt January EP - www.musicampus.deVor knapp einem Jahr habe ich an dieser Stelle Zettt vorgestellt, der mit einem Konzept Musik vertreiben wollte, das mir gefällt. Eine Woche nach der Vorstellung habe ich mit ihm ein Interview geführt, in dem er dieses Konzept noch einmal erläutert hat. Im Rahmen seiner Honours These hat er festgestellt, dass sein Konzept nicht so funktioniert, wie er sich vorgestellt hat. Sehr lesenswert! Übrigens vielen Dank für die Erwähnung! Zettt hat sich durch diesen Rückschlag nicht entmutigen lassen und wartet mit einer neuen January EP auf. Diese ist allerdings nicht wie Toolz gratis zum Download frei verfügbar, sondern kann bspw. im iTunes-Store erworben werden.

Ich hatte bereits im Vorfeld das Vergnügen, einmal hineinhören zu dürfen und muss sagen, dass ich von den Soundspieleren von Zettt sehr angenehm überrascht war. Zwar wird diese Art von Musik nie wohlige Gänsehaut bei mir erzeugen, aber die elektronischen Zauberstückchen gefallen mir.

Zettt hat sich auch wieder etwas einfallen lassen, um die Distribution im Internet ein wenig anzukurbeln. Er fordert zum Bloggen über sein Werk auf und belohnt das Engagement mit einem Gewinnspiel, bei dem tolle Preise warten.

Weserradweg: Hameln (4/4)

von musicampus | 24. Mai 2009 | 13:19 Uhr

Um uns für die letzte Etappe unserer kleinen Weserradtour zu stärken, freuten wir uns auf ein reichhaltiges Frühstück im Hotel Goldener Anker. Allerdings währte diese Freude nicht lange. Das Frühstücksbuffet war nicht nur recht mager bestückt, auch waren Wurst und Käse ziemlich lieblos angerichtet und kamen mir sehr bekannt vor. Ähnliche Wurst habe ich als Student im Supermarkt gekauft. Es gab nur normale Brötchen, die ziemlich hart waren und den Saft musste man sich aus einem Automaten ziehen und war eigentlich Nektar – Zuckerwasser eben. Auch Müsli und Cornflakes waren in überschaubarem Maße vorhanden. Die Früchte waren aus der Dose und um Zeit zu sparen, hat man die Flüssigkeit aus der Dose gleich mit in die Schüsseln gegeben, so dass die Ananas beispielsweise sehr saftig daher kam. Was uns da geboten wurde, war ziemlich enttäuschend. Weil es uns in erster Linie darum ging, schnellstmöglich den ungastlichen Ort zu verlassen, begrüßten wir die Angestellte, die im Trainings- oder Hausanzug gerade mit einem Gast abgerechnet hatte, nahmen Platz und begannen unser Frühstück.

Ich habe einige Fotos online gestellt, die über einen Klick auf das Foto oben angezeigt werden.

Normalerweise dauert es nicht lange, bis man nach seinem Getränkewunsch befragt wird. Nicht so im Hotel Goldener Anker. Als nach ungefähr zehn Minuten eine Familie das Restaurant betrat, eilte die Dame im Trainings- oder Hausanzug an uns vorbei, um die Familie zu bewirten. Ein weißer Handabdruck an ihrer rechten Pobacke ließ entweder darauf schließen, dass das Haus über einen frechen Mitarbeiter verfügt oder aber darauf, dass die Gute über kein Handtuch verfügt.

Als ich die Gunst der Stunde nutzte, die Gute abfing und unsere Getränkebestellung aufgab, war diese völlig überrascht, dass ich sie angesprochen habe. Trotzdem nahm sie die Bestellung entgegen und brachte sehr schnell Kaffee und Tee.

Gern esse ich zum Frühstück ein Ei, wenn es sich anbietet. So war auch meine Überlegung an diesem Morgen. Daher ging ich zum Büffet und nahm mir ein Ei aus dem eierwärmenden Korb, fand aber keinen Eierbecher. So schlenderte ich zurück zum Tisch, um nachzuschauen, ob ich einen solchen dort übersehen hatte. Nein, hatte ich nicht. Also ging ich wieder zurück, um mich zu vergewissern, ob ich dort nicht genau genug nachgesehen hatte. Doch hatte ich. Die Gute war nirgends zu sehen und so nahm ich vorerst Platz.

Als sie an unserem Tisch vorbei ging, bat ich sie um einen Eierbecher. Schieres Unverständnis schlug mir aus ihrem Blick entgegen, begleitet von der Frage:”Eierbecher?”. “Eierbecher!”, war meine Antwort und sie zog dahin, um in fünf Metern Entfernung am Buffet festzustellen:”Es sind keine Eierbecher mehr da!”. Sie zog eine Schublade auf, holte einige Eierbecher heraus und stellte sie zum Geschirr, drehte sich zu uns, lief die fünf Meter zu unserem Tisch eierbecherlos herüber, um uns mitzuteilen:”Ich habe neue Eierbecher hingestellt!”. So kam ich dann doch noch zu meinem Frühstücksei.

Schnellstmöglich packten wir unsere Sachen und trugen sie hinunter zum Parkplatz. Dort beluden wir unsere Räder und ich machte mich auf den Weg, mit der Guten das Finanzielle zu regeln. Dies ging übrigens ziemlich unkompliziert und ohne überraschte und fassungslose Blicke. Lediglich meine Frage, ob sie wisse, wie das Wetter werde, wurde fast erwartungsgemäß beantwortet:”Die einen sagen so, die anderen sagen so. Aber man weiß es ja nicht.” – ich musste weg.

Ruckizucki saßen wir auf unseren Rädern, überquerten die Weser und waren blitzschnell wieder auf dem Weserradweg, um Bodenwerder ganz schnell hinter uns zu lassen. Dieser Ort wird es schwer haben, uns je davon zu überzeugen, dass es dort schön ist oder dass man dort gut nächtigen kann.

An der rechten Weserseite entlang ging es nach Daspe, von wo man einen wunderbaren Blick auf das Schloss Hehlen hat, weiter nach Hajen. Von dort aus über Grohnde am Kernkraftwerk Grohnde, das mit seinen beiden Kühltürmen und der Kuppel das Landschaftsbild ein wenig aufpeppt, vorbei an Hagenohsen gegenüber von Emmern nach Tündern vorbei an der Mühle. Kurz vor dem Ohrberg passierten wir einen Wegweiser, der nach Ohr führte und kamen schließlich in der Rattenfängerstadt Hameln an.

Kurz hinter dem Expo-Café rasteten wir und beschlossen, dass unsere Reise per Rad in diesem Ort beendet wird. So fuhren wir zum Bahnhof, um nach den Zugverbindungen zu schauen und kehrten nach Erledigung in die Innenstadt zurück.

Hier bestaunten wir die Sehenswürdigkeiten, gingen durch enge Gassen, die von Fachwerkhäusern gesäumt waren und fanden die bekannte Raths-Apotheke, in der es die berühmten Raths-Tröpfchen gibt. Dies ist eine Medizin, die jedem schmecken dürfte.

Nach dem Besuch eines Eiscafés in der direkten Nähe des Hochzeitshauses radelten wir erneut zum Bahnhof und bestiegen die S5, um nach ca. 40min Hannover zu erreichen. Von dort ging es mit dem RE weiter nach Bremen. Und wir hatten Glück: trotz Vatertag begegnete uns nur eine bierseelige Männergesellschaft.

In Bremen angekommen spürten wir die Auswirkungen des Kirchentags, der hier vom 20.05.-24.05. stattfand. Der Bahnhof war völlig überfüllt. Abends hörten wir in den Nachrichten, dass die Polizei sogar Bahnsteige gesperrt habe, weil die so überfüllt waren.

Auf dem Weg nachhause fuhren wir an der Bürgerweide vorbei und hatten Gelegenheit, den Wise Guys beim Soundcheck zuzuhören. Das war die Möglichkeit, schon einmal einen Eindruck davon zu bekommen, was uns im Herbst in der Glocke erwartet, wenn sie dort auftreten.

Fazit
Recht spontan haben wir beschlossen, eine Radtour durchs Weserbergland zu unternehmen. Gut für einen solchen Fall ist, dass man bei der Wahl des Ziels eine schnelle Möglichkeit hat, wieder in die Heimat zu kommen.

Einen echten Plan hatten wir nicht. Wir wollten jeden Tag so weit fahren, wie uns dies unsere Kondition ermöglichte. Als grobes Ziel hatten anhand einer Profilkarte im Radtourenbuch einige mögliche Orte angestrichen, die wir auch erreicht haben. Dazu sind wir morgens so gegen 10.00 Uhr losgefahren und nachmittags gegen 16.00 – 17.00 Uhr angekommen. Pausen haben wir nach Bedarf eingelegt.

Für zukünftige Touren werden wir so planen, dass wir nicht erheblich mehr als 40km täglich zurücklegen werden. Dann kann man gemütlich (mit Gepäck) fahren und hat nachmittags noch Zeit, den Zielort anzuschauen und kann dort vielleicht noch einiges besichtigen.

Der Weserradweg hat uns sehr gut gefallen und wir werden bestimmt noch den Rest von Hameln bis Bremen zurücklegen. Landschaftlich liegt die Weser wunderschön und die Gebäude aus der Weserrenaissance sind faszinierend. Dass man im Weserbergland auch manches Mal mit Steigungen zu kämpfen hat, dürfte niemanden verwundern. Bleibt man jedoch strikt auf dem Weserradweg, sind die Steigungen erträglich – zumindest bis Hameln; was einen später erwartet, werden wir zu gegebener Zeit berichten.

Die Unterkünfte, die hier beschrieben wurden, sind wirklich sehr empfehlenswert – bis auf die eine o.g. Ausnahme. Allerdings möchte ich nicht ausschließen, dass wir einfach Pech gehabt haben und zum falschen Zeitpunkt am falschen Ort waren.

Was das Wetter betrifft, hatten wir Glück: es schien fast nur die Sonne und es war sehr warm. Unsere Regenhosen und -jacken brauchten wir nicht ein einziges mal aus den Satteltaschen zu nehmen. Die Unwetter blieben uns glücklicherweise erspart. Selbst wenn es geregnet hätte, wären an einigen Stellen Schauerhäuschen gewesen, in die man sich hätte stellen können. Allerdings gab es auch Strecken, da war über Kilometer keine Unterstellmöglichkeit gegeben.

Es hat riesigen Spaß gemacht und eigentlich ist es schade, dass wir nur bis Hameln fahren konnten. Nächstes Mal nehmen wir uns einfach mehr Zeit und lassen es rollen.

Weserradweg: Bodenwerder (3/4)

von musicampus | 24. Mai 2009 | 10:15 Uhr

Auch die dritte Etappe unserer Weserradtour begann mit einem ausgiebigen Frühstück. Frau Scherff der Pension Haus am Königsberg hatte schon am Abend vorher auf das umfangreiche Frühstücksangebot hingewiesen. Gut ausgeschlafen und frisch geduscht stiegen wir hinab zum Frühstücksraum. Trotz des sehr entspannenden Aufenthalts in der Weserbergland-Therme machten sich die Muskeln an diesem Morgen bemerkbar und spürbar bleiern fühlten sich meine Beine an, als ich die Holztreppe hinabging. Über eine Galerie, von der man einen wunderbaren Blick in eine Empfangshalle hatte, ging es in den bereits eingedeckten Frühstücksraum. Dort nahmen wir am Fenster Platz und kaum dass wir saßen, erschien Frau Scherff, um unsere Getränkewünsche aufzunehmen. Nebenbei schaltete sie eine an der Wand befindliche Bang & Olufsen Anlage (soweit ich mich erinnere, der einzige Einrichtungsgegenstand außerhalb unseres Zimmers, den man als Kontrapunkt betrachten könnte, der – weil dezent gesetzt – nicht stört, sondern bereichert) ein, aus der leise Entspannungsmusik klang.

Das Frühstücksangebot war der Hit: es gab Vollkornbrötchen, Saft, Marmelade, verschiedenste Sorten von Käse, Auflage in verschiedenen Ausführungen, offenbar selbst hergestellten indischen Frischkäse, frisches Obst und die Eier wurden auf Wunsch frisch gekocht. Wir fühlten uns wie Gott in Frankreich und haben das Frühstück nach den Strapazen des vergangenen Tages richtig genossen.

Irgendwann ließ sich der unvermeidliche Aufbruch nicht mehr hinauszögern, so bezahlten wir unsere Übernachtung und verließen nach einem kurzen Plausch mit Frau Scherff Bad Karlshafen. Wer einmal hier rasten muss, sollte unbedingt nachfragen, ob Familie Scherff noch ein Zimmer frei hat. Wir waren begeistert.

Ich habe auch wieder ein paar Fotos online gestellt, die über einen Klick auf das Foto oben angezeigt werden.

Es ging nach einem kurzen Aufenthalt beim ansässigen Supermarkt durch die Innenstadt über die Brücke auf die andere Weserseite. Nach wenigen Kilometern zeichnete sich auf der rechten Weserseite das ehemalige Kernkraftwerk Würgassen ab und durchschnitt mit seinem hohen Aufbau das Landschaftsbild.

Über Beverungen, Blankenau und Wehrden, die landschaftlich sehr schön gelegen sind, ging es weiter nach Höxter. Hier überlegten wir, eine Pause zu machen, entschieden uns aber, weiter bis nach Corvey zu fahren, um uns das bekannte Schloss Corvey, das mal ein Kloster war, anzuschauen.

Mittlerweile war es Mittag geworden und wir haben ein paar hundert Meter hinter dem Schloss einen großen Baum gefunden, unter dem wir unser mitgebrachtes Mittagessen einnahmen. Dann ging es immer weiter entlang der Weser bis nach Holzminden, wo wir für eine lange Zeit das letzte Mal so etwas wie Zivilisation sahen. Die kommenden 40km waren durch Wiesen und Felder geprägt. Es ging weserrechtsseitig vorbei an Bevern, Heinsen, Polle, Brevörde, Reileifzen, Grave und durch Dölme.

Irgendwann erreichten wir Rühle und stellten fest, dass mit den Kilometerangaben etwas nicht stimmen konnte. Unsere Tachos zeigten viel mehr gefahrene Kilometer an als die Vorgaben aus dem Radführer und die Schilder, die uns den Radwanderweg wiesen. Sollten es an einer Stelle nach Rühle noch 15km gewesen sein, waren es nach einer halben Stunde immer noch 12,5km. Zeigte uns ein Schild an einer Stelle noch 4km bis Rühle an, waren es kurze Zeit später wieder 5km. In Anbetracht der bereits zurückgelegten Kilometer und des nicht enden wollenden Wegs nach Bodenwerder war dies frustrierend.

Kurz vor unserem Ziel Bodenwerder mussten wir noch durch das Werksgelände der dort ansässigen Rigips Fabrik fahren, was ein seltsames Gefühl war, da die Lkw den Radweg kreuzten.

Hungrig und erschöpft – der Tacho zeigte runde 75km an – erreichten wir Bodenwerder, die Stadt, in welcher der Baron von Münchhausen lebte, und freuten uns auf eine Rutschpartie auf der Bodenwerder Sommerrodelbahn. Vorher mussten wir noch eine Unterkunft finden, was sich als schwierig herausstellen solle. Drei Absagen erhielten wir, bis wir in den sauren Apfel bissen und im Hotel Goldener Anker nach einem Zimmer fragten, wo noch eines frei war.

Die junge Dame an der Rezeption stellte ein Standardzimmer (89EUR) oder ein DeLuxezimmer (99EUR) zur Auswahl. Wir entschieden uns für ein DeLuxezimmer, die leider allesamt ausgebucht waren, wie die junge Dame nach Prüfung feststellen musste. So buchten wir ein Standardzimmer, schlossen unsere Räder in die Fahrradgarage und gingen hinauf aufs Zimmer. Dort traf uns fast der Schlag: Standard 50er Jahre war mein erster Eindruck. Das Zimmer war klein und spärlich eingerichtet. Der Fernseher stand an der Kopfseite des Betts und eine Art Schranktür führte zur Nasszelle. Bad kann man diesen Schlauch nicht nennen. Ein Foto habe ich der Galerie beigefügt (obiges Bild anklicken). Setzte man sich auf die Toilette, stießen die Knie bereits an die Wand und der Duschvorhang war bewohnt von Familie Weberknecht. Ein Bett mit so weichen Matratzen, dass man gut und gern in einer Hängematte hätte schlafen können. Dazu lag das Zimmer genau gegenüber der Treppe und hatte nur eine einfache Holztür, so dass jedes Gespräch auf dem Flur mitzuhören war.

Nicht, dass ich jetzt missverstanden werde: ich habe nichts gegen einfaches Wohnen. Aber im Vergleich zu den vorangegangenen Nächten, die mehr als 20EUR günstiger waren, hatten wir dort Luxuszimmer und ein rundum angenehmes Ambiente. Daher war die Enttäuschung riesengroß und in unseren Augen verständlich, wenn man sich die Fotos anschaut.

Müde und frustriert verließen wir das Hotel und gingen zur Sommerrodelbahn. Auf dem Weg dorthin wurden wir vom Schwerverkehr überrascht, der über die Weserbrücke durch Bodenwerder rollte. Eine verdammt gefährliche Strecke – hier würde ich kein Kind frei herumlaufen lassen, da alle Minute ein dicker Brummi an einem vorbeirollte.

Wir haben keine Ahnung, ob dieses Verkehrsaufkommen direkt neben dem Münchhausen Museum nur temporär ist. Eine provisorisch eingerichtete Ampel am Zebrastreifen lässt darauf schließen. Könnte aber auch sein, dass die Stadtverwaltung mit dieser Ampel auf ein erhöhtes Verkehrsaufkommen reagiert hat.

Man verstand auf der Straße wegen des Verkehrslärms jedenfalls kein Wort mehr und fühlte sich in die 70er Jahre zurückversetzt, als das Straßennetz noch nicht so ausgebaut war wie heute und die Schwertransporter ständig durch die kleinen Ortschaften fuhren.

Die Rodelbahn war jedenfalls klasse! Zweimal sind wir die 950m lange Strecke in den Bobs heruntergefahren und hatten richtig Spaß.

Nach diesem Tag haben wir noch einen kleinen Spaziergang durch die Münchhausenstadt gemacht und in einem italienischen Restaurant gegessen. Dort saßen wir am Weserufer und konnten zwei Paraglidern zusehen, wie sie aus dem Berg kommend direkt an der Weser gelandet sind.

Obwohl wir früh ins Bett gegangen sind, konnten wir vor Erschöpfung nicht einschlafen.

Im vierten und letzten Teil der Reisebeschreibung werde ich berichten, was wir noch Unerfreuliches in Bodenwerder erlebt haben und wie es zurück nach Bremen ging. Ein Fazit soll natürlich auch nicht fehlen.

Weserradweg: Bad Karlshafen (2/4)

von musicampus | 23. Mai 2009 | 18:06 Uhr

Der zweite Tag unserer Weserradtour begann morgens mit einem ausgiebigen Frühstück im Hotel Aegidienhof. Die Auswahl war richtig gut und es fehlte uns an nichts. Es gab Brötchen, Müsli, Eier, Saft, Auflage satt und Käse. Gut gestärkt packten wir unsere Räder und kamen noch ins Gespräch mit der Inhaberin, die uns erzählte, dass das Hotel eine Ruine war, als sie es übernahm. In größtenteils Eigenleistung wurde das Gebäude saniert und zum Hotel um- und ausgebaut. Insgesamt fühlten wir uns in diesem Hotel sehr gut aufgehoben und das Preis-Leistungsverhältnis war ausgesprochen gut. Frau Freund war noch so nett, uns eine Empfehlung für unser Tagesziel Bad Karlshafen mitzugeben. Sie empfahl uns noch die Pension Haus am Königsberg, die radfahrerfreundlich und sehr außergewöhnlich sei. Mit dieser Empehlung machten wir uns auf den Weg der ersten Etappe mit dem Ziel Bad Karlshafen. Gut, dass wir noch nicht wussten, was uns an diesem Tag erwartete.

Ich habe auch wieder ein paar Fotos online gestellt, die über einen Klick auf das Foto oben angezeigt werden.

Vorbei am Weserstein fuhren wir ca. 12 km bis nach Hemeln, wo wir mit einer Gierseilfähre die Weser überquerten, um uns auf den Weg in den Reinhardswald zu machen. Dort befindet sich die Sababurg – auch bekannt als Dornröschenschloss an der Märchenstraße. Eine besondere Attraktion ist der dort gelegene Tierpark, den ich vor ca. 28 Jahren einmal besucht habe. Der Admartinator war übrigens kürzlich dort, um sich von Weißkopfseeadlern foppen zu lassen.

Der Anstieg von Veckerhagen in den Reinhardswald war nicht von schlechten Eltern. Nicht nur, dass es einige Kilometer steil bergauf ging: es gab auch keinen Radweg. So waren wir gezwungen, auf der ziemlich stark befahrenen Straße gegen die Schwerkraft anzukämpfen. Irgendwann wurden wir bezwungen und stiegen ab, um den Kamm schiebend zu erreichen. Es war ein sehr ungutes Gefühl, auf einer Straße zu laufen, die wir uns mit Langholztransportern und anderen Lkw teilen mussten, die teilweise nicht viel Abstand hielten. Ehrlich: hätten wir gewusst, wie es um die Strecke bestellt ist, wären wir sicher nicht zur Sababurg gefahren.

Glücklicherweise war es auf unserer gesamten Radtour warm und sonnig (Sonnencreme hatten wir mitgenommen und sogar am ersten Tag benutzt). Das hatte an diesem Tag aber zur Folge, dass wir schwerst transpirierend auf dem Berg ankamen und erst einmal rasteten. Zur Klarstellung: ich rastete, und die MixTape-Fee rastete aus. Irgendwann konnte ich sie wieder beruhigen und verständlich machen, dass wir jeden Meter, den wir bergauf erkämpfen mussten, bergab richtig Spaß haben werden. Allerdings war noch aufzuklären, dass die dumme Schnepfe, deren blödes Schloss wir anschauen wollten (und ja, es war meine Idee) nicht tausend, sondern lediglich hundert Jahre geschlafen hatte.

Nach unserer Rast ging es weiter am Friedwald vorbei. Diese Strecke war bereits leicht abschüssig, so dass wir teilweise mit ca. 40 km/h der Sababurg entgegen rollten, die sich nach einer längeren Geraden links auf einem Hügel abzeichnete. Dieser Hügel war glücklicherweise überschaubar und leicht zu erklimmen. Zur Belohnung gab es für uns je ein Stückchen Erdbeerkuchen und eine Apfelschorle. Wir saßen draußen auf der Terrasse und hatten bei strahlendem Sonnenschein einen wunderbaren Blick über den Reinhardswald.

Im Anschluss an die Zwischenmahlzeit bereiteten wir uns auf die vermeintlich leichte Reststrecke vor. Nachdem die Rechnung beglichen war, rollten wir zunächst nach Gottsbüren, wo wir in Ermangelung einer ausreichenden Ausschilderung des Weserradwegs etwas ratlos waren. Nach einer kurzen Nachfrage bei einem Einwohner, der uns seit dem Ortseingang offenbar misstrauisch mit seinem japanischen Kleinwagen gefolgt war, dachten wir, wir hätten den richtigen Weg gefunden.

Wohlwissend, dass hinter Gottsbüren die asphaltierte Radwanderstrecke beendet sein würde, war es uns dennoch suspekt, dass wir auf einem Schlackeweg, der alsbald zu einem Trampelpfad wurde, vorbei an Pferdekoppeln direkt auf eine Hügelkette zu fuhren. Ans Fahren war gar nicht mehr zu denken, so schwierig wurde das Gelände. Also stieg ich ab und ging bis zur nächsten Kurve, hinter der der Weg endete. Wir hatten uns also verfahren.

Wir kehrten um und rollten leicht bergab zurück in Richtung Straße. Dabei lernte ich, dass Pferde auch nur Menschen sind. Ein weißes Pferd hatte offenbar noch nie Radwanderer gesehen und stellte sich neugierig an den Zaun der Koppel, um uns zu beobachten. Dieser führte allerdings Strom und als das Pferd in seiner Neugierde den Zaun berührte, knallte es einmal heftig. Darüber geriet das Pferd in helle Aufregung, bäumte sich auf, wieherte und galoppierte dreimal laut flatulierend davon. Letzteres erstaunte wiederum mich so sehr, dass ich beinahe vom Rad gefallen wäre.

Nach diesem lehrreichen Erlebnis fanden wir den richtigen Weg wieder und mussten erneut einen schweren Anstieg hinter uns bringen. Danach ging es allerdings bis ins ca. 6,5 km entfernte Wülmersen stetig bergab. Entlang eines kleinen Flusses radelten wir mitten im Wald über den dann tatsächlich unbefestigten Weg. Am Ende dieses Wegs befand sich das Wasserschloss Wülmersen, das einst als völlig verfallene Ruine im Rahmen eines Projekts saniert und restauriert wurde.

Von hier aus ging es dann weiter in Richtung Bad Karlshafen. Die letzten Kilometer waren nicht mehr sehr anstrengend, allerdings übersah ich, dass wir unser Tagesziel schneller erreichten als gedacht. Die MixTape-Fee war es, die mich durch einen beherzten Ruf dazu bewegte, anzuhalten. Wir standen bereits vor der Pension Haus am Königsberg: ein altes Herrenhaus, das in einen alten Steinbruch gebaut war. Was mich etwas abschreckte war, dass ich zunächst einige Treppen steigen musste, bis ich zur Haustür gelangte – von Garagen für die Räder war weit und breit noch nichts zu sehen.

Frau Scherff, die Betreiberin der Pension, öffnete die Tür und hatte auf meine Nachfrage glücklicherweise noch ein Doppelzimmer frei. Auch meine Befürchtungen, dass wir die Räder die Treppen hätten hochtragen müssen, erwiesen sich als unbegründet. Wir konnten die Höhenmeter durch einen erneuten steilen Anstieg fahrender Weise überbrücken. So checkten wir ein und erfuhren nebenbei, dass wir nur ca. 4 min Fußweg von der Innenstadt entfernt wohnten. Außerdem hatte Frau Scherff die gute Idee, dass wir in die Weserbergland-Therme gehen sollten. Dort werde heiße Sole mit Weserwasser vermischt und dies sei gut zur Regeneration.

Es muss noch bemerkt werden, dass die Pension ein Traum nicht nur für jeden Radfahrer ist: es gibt eine Unterstellmöglichkeit für die Räder und die Zimmer sind liebevoll und stilsicher eingerichtet. Genauso verhält es sich mit der Einrichtung des Herrenhauses. Von den vier Stockwerken haben wir zwar nur zwei gesehen, aber ich bin mir sicher, dass auch die anderen Räume entsprechend geschmackvoll eingerichtet wurden. Zudem ist Frau Scherff eine sehr freundliche und hilfsbereite Frau, die aufgeschlossen den Fragen zum Haus gegenübersteht.

Eigentlich wollte ich auf den Hugenottenturm, den ich schon einmal bestiegen hatte. Aber in Anbetracht der an diesem Tage bereits absolvierten Anstiege und des sich leicht bemerkbar machenden Popos stimmte ich dem Wunsch der MixTape-Fee zu, die Therme zu besuchen.

So machten wir uns auf den Weg und kamen am alten Hafen vorbei, in dem noch mindestens genau so viele Fische (Karpfen?) schwammen, wie ich es vom ersten Besuch 1981 in Erinnerung hatte. Nach ein paar Minuten erreichten wir die Therme, wo wir zunächst unseren Hunger stillten.

Danach ging es direkt in die Solebäder. Drei verschiedene Konzentrationen gibt es: 3%, 5% und 12%. Wir haben sie alle probiert und ich muss sagen, dass das Bad mit der 12%igen Konzentration das interessanteste ist. Offenbar gibt es in Deutschland kein Bad, in dem es eine höhere Konzentration gibt. Das Gefühl, das man erlebt, war aussergewöhnlich: fast schwerelos liegt man im Wasser und kann seine lädierten Waden und Oberschenkel entspannen. Lediglich sollte man keine offenen Wunden haben, die brennen wie Feuer. Selbst die Wunden der täglichen Rasur machen sich sofort bemerkbar, wenn die Sole damit in Berührung kommt. Aber das Gefühl der Schwerelosigkeit ist unbeschreiblich.

Neben den verschiedenen Solekonzentrationen gibt es noch einen Strömungskanal, Whirlpools, einen Saunabereich und eine Meditationshöhle – wenn man das Dreistundenprogramm bucht, hat man dementsprechend viele Möglichkeiten, die Zeit zu nutzen.

Wir sind nach gut zwei Stunden gegangen und haben uns rechtzeitig gebettet, damit wir für den kommenden Tag fit waren.

Im dritten Teil der Reisebeschreibung werde ich berichten, wie wir den anstrengendsten Tag hinter uns brachten und Bodenwerder auf eine ganz besondere Art kennen gelernt haben.

Weserradweg: Hann. Münden (1/4)

von musicampus | 23. Mai 2009 | 18:03 Uhr

Vergangene Woche hatte ich meinen ersten richtigen Urlaub seit Oktober – endlich gab es wieder einmal mehr als drei zusammenhängende freie Tage. Zwar hatte ich nur für eine Woche Urlaub, der war aber redlich verdient. Zur Regeneration haben die MixTape-Fee und ich beschlossen, unseren Urlaub wieder fernab vom Mainstream zu gestalten. Vor gut einem Monat haben wir uns neue Fahrräder (neue Räder scheinen zum Sommer der Trend zu sein: wir sind mit unserer Anschaffung nicht allein) gekauft, die wir nun einem besonderen Härtetest unterziehen wollten. Für ein paar Tage sollten uns die Drahtesel entlang des Weserradwegs tragen – ohne Ziel und ohne Vorgaben. Im Vorfeld haben wir uns eine vernünftige Radkarte zugelegt, die uns nicht nur als Wegweiser nützlich werden sollte, sondern auch als Entscheidungshilfe für Übernachtungsmöglichkeiten. Zimmer haben wir im Vorfeld nicht gebucht, da wir nicht wussten, wo wir am Ende unserer Kräfte ankommen sollten. Gut vorbereitet und mit dem Nötigsten ausgerüstet, was man zu einer solchen Tour benötigt, haben wir uns am vergangenen Montag mit dem Zug auf den Weg nach Hann. Münden gemacht.

Ich habe auch wieder ein paar Fotos online gestellt, die über einen Klick auf das Foto oben angezeigt werden.

Über Hannover und Göttingen ging es mit dem Niedersachsenticket nach Hann. Münden, wo wir nach gut fünfstündiger Fahrt angekommen sind. Das war zwar nicht schnell, ist aber angesichts der nicht getakteten Nahverkehrszüge, was mit erheblichem Aufenthalt in Hannover und Göttingen verbunden war, leider nicht zu vermeiden gewesen. Als Entschädigung brauchten wir aber vom Bahnhof nur noch gute drei Minuten mit dem Rad den Berg hinab rollen, um unser erstes Ziel, das Hotel Aegidienhof, zu erreichen. Hier wurden wir sehr freundlich von der Inhaberin persönlich empfangen, die uns nicht nur ein Zimmer anbot, sondern auch gleich eine Möglichkeit zum Unterstellen der Räder. Diese durften wir in der St. Aegidien-Kirche unterstellen – hier befindet sich auch die Grabstelle des Dr. Eisenbarth.

Nachdem wir unser zwar recht einfaches, aber sehr geschmackvoll und gemütliches Zimmer bezogen hatten, ging es in die Innenstadt, die geprägt ist von Fachwerkarchitektur.

Pflicht war für uns natürlich, die Stelle zu besuchen, an der die Weser entsteht. Am Weserstein betrachteten wir, wie sich die gemütliche Fulda und die schneller fließende Werra zur Weser vereinigen. Hier haben wir unseren Ausgangspunkt für die Radtour erreicht.

Damit wir am kommenden Tag unsere erste Etappe gut meistern konnten, folgten wir der Empfehlung unserer Gastgeberin und besuchten das Lokal (das auch ein Hotel ist) Die Reblaus, in dem wir unseren ersten Spargel der Saison genießen konnten. Dieses Lokal zeichnet sich dadurch aus, dass es zwar gutbürgerliche Küche anbietet, die Gerichte aber ganz hervorragend zubereitet und unheimlich lecker sind – und alles Andere als das sind, was man normalerweise unter gutbürgerlich versteht. Wer einmal nach Hann. Münden kommt, sollte dieses Lokal unbedingt besuchen.

Im zweiten Teil der Reisebeschreibung werde ich berichten, wie wir uns den Weg zur Sababurg erkämpften und völlig erschöpft in Bad Karlshafen eine ganz außergewöhnliche Übernachtungsmöglichkeit gefunden haben.

Gitarrenweltrekord 2009

von musicampus | 7. Mai 2009 | 21:08 Uhr

Gitarrenweltrekord 2009 auf www.musicampus.deVor einigen Tagen flatterte mir mal wieder ein äußerst interessanter Hinweis ins Haus: der Gitarrenweltrekord 2009 steht an! Am 10. Mai um 12.55 Uhr werden mehr als 1802 Gitarristen auf dem Mainzer Lerchenberg zur größten Rockband der Welt und Millionen Zuschauer der ZDF-Sendung Fernsehgarten können live dabei sein, wenn sich der Gitarrist/Organisator Andreas Vockrodt mit seiner Band Gallery und den angereisten Gitarristen ins Guinnessbuch der Rekorde rocken.

Bisher hatte ich von einem solchen Rekordversuch noch nie etwas gehört und habe den Veranstalter kontaktiert, um weitere Informationen einzuholen.

Bereits 1995 hat Andreas den ersten Gitarrenweltrekord errungen und sich 2005 zu einer Wiederholung entschlossen. Nach seinem erfolgreichen Versuch 2007, der ihn auch ins aktuelle Guinness Buch brachte, hat er mit seinem Orga-Team, das mit Begeisterung dabei ist, erneut gebastelt und hat schon angekündigt, auch 2010 auch einen Rekord anzugehen. Je nachdem wie es läuft, hat er vor, ungefähr jährlich diesen Rekord zu verbessern.

Für dieses Jahr hat er als neue Herausforderung die erst im April veröffentlichte an Queen erinnernde Hymne Welcome To Europe ausgesucht, die gespielt werden soll. Den Song inklusive Playback, Videoworkshop, Tabs und alle Infos zur Anmeldung gibt es auf auf der Seite www.gitarrenweltrekord.de gratis als Download.

Als Stargäste auf der Hauptbühne haben sich angekündigt: Michael Schenker (MSG, Scorpions – tbc), der mittlerweile fest zugesagt hat, Micky Moody (ex-Whitesnake), Ray Dorset (Mungo Jerry), Thorsten Mewes (Die Happy), Matt Sinner (Primal Fear, Sinner – tbc), David Rempel & Henrik Oberbossel (Luxuslärm).

Was ich noch interessant finde: Es wird diverses Equipment verlost. Zum Beispiel handsignierte Gitarren von Ritchie Blackmore und Rudi Buttas von PUR.

Beim Weltrekordversuch kann jeder mitmachen, der eine einfache Akkordfolge spielen kann. Die Teilnahme am Gitarrenweltrekord ist kostenlos.

Wer Interesse und Zeit hat, sollte einmal bei Andreas vorbeischauen.

Den Fernsehgarten habe ich noch nie gesehen – mal sehen, ob ich bisher etwas verpasst habe.

Wer kann mir einmal erklären, wie man knapp 2000 Gitarristen so abstimmt, dass sie zur gleichen Zeit spielen? Ich kann mir vorstellen, dass durch die Entfernung zur Begleitband eine ziemliche Verzögerung eintreten kann. Oder bekommen alle Teilnehmer In-Ear-Monitore?