#460 basicthinking und Macworld 2009
von musicampus | 9. Januar 2009 | 19:00 Uhr | Artikel drucken
Zettt schrieb mich gestern an und fragte, ob es diesen Januar bei musicampus eine Skype-Konferenz zur diesjährigen Macworld gebe. Er hat nämlich für sein Digitales Grundrauschen eine Besprechung aufgenommen und wollte sich abstimmen, damit es auf Apfelquak keine Überschneidungen gibt. Weil dieses Mal für mich nicht soviel Interessantes bei der Macworld dabei war, habe ich mich entschlossen, keine Konferenz einzuberufen. Das bedeutet aber nicht, dass es in der Zukunft keine weiteren Gespräche geben wird.
Allerdings lasse ich es mir heute doch nicht nehmen, über den Gesundheitszustand von his Steveness zu sprechen. Dieser scheint die Aktienkursbewegungen mehr zu beeinflussen, ja sogar zu dominieren, als das Unternehmen und dessen Schaffenskraft.
Das andere Thema, das mich seit Bekanntwerden beschäftigt, ist die Versteigerung des Blogs basicthinking durch Robert Basic. Nicht nur, dass fast sämtliche Printmedien darüber berichten, dass Deutschlands Topblogger sein Blog verkaufen möchte und er einen Erlös von 10.000 EUR – 100.000 EUR für realistisch hält. Vielmehr frage ich mich, ob Robert vielleicht die überall heraufbeschworenen Zeichen der Zeit erkennt: Blogs sind tot – Ok, vielleicht noch nicht ganz – aber fast.
Vielleicht sieht er ein abnehmendes Interesse und hat sich gefragt, ob der mit dem Bloggen nicht zu unterschätzende Aufwand (und jeder, der sein Blog halbwegs ernsthaft betreibt, wird mich hier bestätigen können) gerechtfertigt ist. Zwar könnte man dagegen argumentieren, dass er mit seinen Werbeeinnahmen angemessen entschädigt werde. Da er diese aber nicht einmal forciert, sondern passiv gemanaged erhält, finde ich nachvollziehbar, dass man angesichts vielleicht schwindender Leser, dem ein großer Aufwand entgegensteht, ins Grübeln kommen kann. Ist vielleicht Basic ein Vorreiter, der zum Leithammel werden könnte, dem viele folgen?
Robert drücke ich ganz fest die Daumen, dass er seinen Blog zu einem optimalen Preis verkauft und uns dann auf einem anderen Gebiet wieder überrascht. Vielleicht twittert er sich an die Spitze der Microblogger, wenn er diesen Platz nicht vielleicht sogar schon erklommen hat.
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Ich hätte jetzt schon fast mit einem Podcast gerechnet. Aber wollen wir uns mal nicht beschweren. Ist ja...
# 1 von Christoph am 9. Januar 2009 um 20:11 Uhr
ich find 10.000 äußerst albern. Nur für den namen. Was ist denn der blog wert, wenn er nicht mehr schreibt….
und ist dieser blog überhaupt was wert. Nicht gegen Robert und den Blog, aber wo ist der Wert. Er war halt einer der ersten…..
# 2 von musicampus am 9. Januar 2009 um 20:15 Uhr
Ich habe noch nicht ganz verstanden: verkauft er die Domain, den Webspace, den Content oder alles?
Wert: Werbeeinnahmen? Aber bleiben die oder lösen die Unternehmen die Verträge?
# 3 von Reen am 9. Januar 2009 um 21:05 Uhr
@musicampus: so wie ich das verstanden habe, verkauft er alles. Domain und Inhalt. Allerdings muss der potenzielle Käufer sich mit Co-Autoren absprechen, ob deren Inhalte bleiben dürfen, oder nicht.
Ganz ehrlich: Ich würde ihm nicht mal ne Mark fuffzig dafür geben.
Ich finde das ganze Gehabe dieser selbsternannten Premiumblogger ganz fürchterlich.
Blogs sind, so glaub ich, nicht tot. Ich finde es vergleichbar mit dem Handyboom vor ein paar Jahren. Damals wurde ganz viel tuwawu um jeden im Bekanntenkreis gemacht, der ein Handy hatte. Heute hat jeder eines und es ist einfach “normal” geworden. So ist es auch mit Blogs.
# 4 von Oliver am 9. Januar 2009 um 21:27 Uhr
Der Blog hat einen gewissen Wert, dass ist wohl nicht zu leugnen, der aber nicht durch die geschriebenen Worte repräsentiert wird, sondern durch die Person dahinter. 6 Monate weiter wird kein Mensch mehr über basicthinging reden. Ich stimme dir zu, was du zu den Gründen sagst, wieso er verkauft. Schaut man sich nur mal an, wie viele Links dieser Blog innerhalb von einem Jahr verloren hat 2200->1300.
Ich bin gespannt, was daraus kommt. Wie es dort weiter geht? Wer wirklich dafür Geld ausgibt. Wie lange es dauert, bis er wieder auf den gleichen Stand ist mit einem neuen Blog.
Blogs sind nicht tot. Sie werden vielleicht nicht mehr so gehypt, wie vor 4-5 Jahren, aber ich finde immer noch täglich neue interessante Blogs. Blogs scheinen sich eher so langsam auch in Dt. zu etablieren und sind nicht nur das Werk von Nerds. Sie werden (auch durch diese Aktion) viel stärker in der normalen Bevölkerung wahrgenommen. So gar meine Mutter liesst einen Blog. Einen Strick-Blog.
Wenn das kein Zeichen ist.
# 5 von ad am 9. Januar 2009 um 22:22 Uhr
Zur Info: das aktuelle Gebot liegt derzeit bei 22.550 EUR.
Robert ist genial, das muss man ihm lassen. Er verkauft die Domain (mit dem Inhalt kann der Käufer auf die Dauer nichts anfangen) und macht danach gleich zwei Blogs auf, die irgendwann ebenfalls zu viel Asche abwerfen werden.
Ob Blogs tot oder nicht – die Zeit steht nicht still. Daher ist die Diskussion darüber völlig unrelevant. Würde mich aber nicht wundern, wenn das neue Konzept von Robert ein klein wenig anders ist, als das bisherige.
# 6 von Christoph am 10. Januar 2009 um 11:59 Uhr
Das Aktion für ihn gut ist, keine Frage. Aber wer zahlt so viel Geld? ich gönne es ihm total.
Irgendwie bin ich glaub ich zu Bodenständig, dass ich in 2.0 krams Kohle sehen. Ich frag mich auch immer wieder wie Twitter Geld macht
# 7 von Norbert am 10. Januar 2009 um 16:13 Uhr
Todgesagte leben länger
# 8 von Robert Basic - Die Idee alles aufzugeben | lorXsion Blog am 12. Januar 2009 um 22:23 Uhr
[...] skeptisch, kreativ, erstaunt, fragend, wehmütig, grübelnd, nachvollziehend, überrascht, schwarzsehend bis neugierig werdend. Ich könnte hier mit Sicherheit noch 1, 2, 3, 4, 5, 6, 7, 8, 9, 10, 11, 12, [...]
# 9 von happy-buddha am 12. Januar 2009 um 22:55 Uhr
Sagen wir es mal,mit so einer Aktion kann man schon die Bloggeria umkrempeln.
Ich bin gespannt wie der neue Betreiber den Blog verwendet,schließlich erhofft er sich ja auch was von dem Kauf..
# 10 von Jupp am 14. Januar 2009 um 10:23 Uhr
Über Macworld kann ich nicht viel sagen, da ich damit nicht so vertraut bin, aber über den Verkauf möchte ich etwas los werden. Er hat gesagt, dass er alles akzeptiert ab 10.000 Euro mich macht das schon etwas sehr stutzig. Denn derzeit liegt die Seite bei ungefähr 24.000 Euro und der Mindestpreis wurde noch nicht erreicht. Das wundert mich. Ich denke, dass er die Seite nicht verkaufen wird. Ich glaube, dass es nur ein Werbegag ist und er damit seine Seite wieder weiter nach oben bringen möchte. Denn derzeit redet ja jeder darüber.
# 11 von musicampus am 14. Januar 2009 um 20:11 Uhr
@Jupp: interessanter Gedanke. Ich meine mich zu erinnern, dass ich irgendwo gelesen habe, dass 30.000 die magische Grenze sei. Warten wir es ab, es dauert ja nicht mehr lange.
# 12 von A$A am 15. Januar 2009 um 12:30 Uhr
Wahrlich, jetzt stehts bei 30.000, und somit ist der Mindestpreis erreicht! Robert verkauft den Blog wirklich!
# 13 von musicampus am 15. Januar 2009 um 20:19 Uhr
Endstation bei EUR 46.902,00. Und ebay war wohl zeitweise down.
# 14 von Mario am 19. Januar 2009 um 08:39 Uhr
Also gebracht hat der Verkauf ihm schon etwas. Ob der neue Eigentümer allerdings den Blog am Laufen halten kann, dauerhaft, das wage ich zu bezweifeln. Die ersten Wochen jetzt wird es sicher noch gut gehen, weil einfach viele neugierig sind, was jetzt auf basicthinking passiert, aber wenn der Schreibstil nicht mehr da ist, werden die Leser auch verschwinden, also dauerhaft erfolgreich ohne Robert kann ich mir das Ganze nicht vorstellen.