#453 Young@Heart in der Gondel Bremen

von musicampus | 26. Oktober 2008 | 14:42 Uhr

young@heart auf www.musicampus.deEher skeptisch machte ich mich gestern mit der MixTape-Fee auf den Weg, um den Film Young@Heart im Bremer Filmkunsttheater Gondel anzuschauen. Grund für dieses besondere Kinoereignis war eine Initiative der dot-friends, die mich fragten, ob ich mir nicht einmal diesen Film anschauen möchte, um darüber zu berichten. Weil der Film etwas mit Musik zu tun hat und außerdem offenbar den Anspruch erhebt, besonders künstlerisch wertvoll zu sein, wagten wir dieses Experiment und schauten uns einen Film an, von dem und über den wir im Vorfeld noch überhaupt nichts gehört haben. In diesem Falle haben wir riesiges Glück gehabt, denn wir durften einen ganz außergewöhnlichen Film genießen, der trotz seiner knapp zwei Stunden Dauer viel zu schnell vorbei war.

Ohne den Inhalt vorweg nehmen zu wollen, handelt es sich bei diesem Film um eine Reportage über einen Chor aus mindestens 70jährigen, die teilweise im Originalton mit (teilweise nicht sehr gelungenen) übersetzten Untertiteln produziert wurde. Hierbei handelt es sich um den Chor Young@Heart aus Northampton, Massachusetts. Das Besondere an diesem Chor ist, dass er Rocksongs singt. Von Purple Haze von Jimi Hendrix bis Fix you von Coldplay verfügt der Chor über ein erstaunliches Repertoire, das zumindest mich sehr positiv überrascht hat, weil es so ungewöhnlich ist.

Allein die Anfangssequenz, in der die 92jährige Eileen Hall Should I stay or should I go singt, ist ein vorweggenommener Höhepunkt des Films, weil nicht nur die Kraft erstaunlich ist, mit der die Dame das Lied interpretiert, sondern auch der Inhalt des Songs einen ganz neuen Sinn erfährt. Während The Clash über eine Beziehung singen, manifestiert sich hier bereits der für den Film wichtige rote Faden des Umgangs mit dem Lebensabend, den damit einhergehenden Zipperlein und natürlich mit dem auch im Film allgegenwärtigen Tod. In diesem Zusammenhang ist mein persönlicher Favorit die hier leicht zynisch wirkende Interpretation von I wanna be sedated (im Original von den Ramones).

In der Reportage werden sieben Wochen Vorbereitung auf ein Konzert gezeigt und der Prozess des Einstudierens neuen Liedmaterials vom ersten Kennenlernen bis zum Auftritt verdeutlicht. Dabei werden neben den Schwierigkeiten, die mit der Annäherung an die Songs und deren Umsetzung entstehen, auch einige Mitglieder des Chors und deren Beziehungen untereinander näher beleuchtet.

Fragte ich mich zu Beginn des Films noch, wie die Anfangssequenz zu toppen sei, ohne dass die Protagonisten der Lächerlichkeit preisgegeben werden, schaffte es der Regisseur Stephen Walker, eine sensible Studie über das Altsein mit seinen Freuden zu zeichnen und bewies einmal mehr, dass auch alte Menschen noch Ziele im Leben haben und diese sogar unter Einsatz ihrer gesundheitlichen Kräfte entgegen des Rats der Ärzte und der Verwandten verfolgen.

Mir hat der Film sehr viel Spaß gemacht, weil er unterhaltend war, zum Nachdenken anregte und sich gegen den allgegenwärtigen Jungendwahn stellt, indem er zeigt, dass das Älterwerden nicht bedeuten muss, dass wir ab einem gewissen Zeitpunkt passiv dem Lebensende entgegen vegetieren müssen. Eine (fast) vergessene Generation wird in den Fokus gestellt und dem Zuschauer weder romantisierend noch verklärend klargemacht, dass da noch was geht.

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dot-friends.com Review

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#452 PAULSREKORDER

von musicampus | 19. Oktober 2008 | 15:51 Uhr

paulsrekorder bei www.musicampus.deObwohl ich es eigentlich nicht wollte, habe ich mir Anfang des Jahres wieder einmal den Bundesvision Song Contest von und mit Stefan Raab angeschaut. Letztlich war es eine gute Entscheidung. Nicht, weil ich vom Konzept oder den musikalischen Darbietungen restlos überzeugt gewesen wäre, aber als ich den von mir mit Interesse erwarteten Bremer Beitrag von PAULSREKORDER angeschaut habe, erkannte ich einen ehemaligen Arbeitskollegen. Dieser arbeitet seit ich ihn kenne beständig an seiner musikalischen Karriere und es freute mich, dass er mir nun von der Bühne in mein Wohnzimmer schauen konnte. Weil es mich über diesen Auftritt hinaus interessierte, wie es ihm in der vergangenen Zeit ergangen ist, rief ich ihn kurzerhand an und wir tauschten uns in einem längeren Telefonat aus.

Dabei eröffnete er mir, dass das aktuelle Album Hier und oben von PAULSREKORDER bald fertig sei und fragte, ob ich Interesse hätte, einmal hineinzuhören. Außerdem verabredeten wir uns zu einem Interview, das dann bei musicampus online gestellt werden könnte.

Weil der Sommer schneller vorüber ging als geplant und dieser sowohl für die Band als auch für mich voller Termine war, kontaktierte ich Kai zum Herbst erneut aus und schon bald fand ich das niegelnagelneue Album, das seit dem 19.09.2008 im Handel ist, bei mir im Briefkasten.

Es macht Spaß, dieser Band zuzuhören. Zugegebener Maßen wäre ich wahrscheinlich nicht auf die Idee gekommen, mir deren Platte anzuhören, wenn ich nicht Kai kennen würde. Aber ich müsste dann auch zugeben, dass mir ein besonderes Erlebnis entgangen wäre.

Bei PAULSREKORDER handelt es sich nämlich tatsächlich um eine gewachsene Band, deren Ursprung dem Begriff Independant zuzuordnen wäre, die sich entschloss, deutsche Texte zu verwenden und Elemente aus den 80er Jahren, insbesondere der Neuen Deutschen Welle, einfließen zu lassen. Letzteres ist insoweit erstaunlich, als dass die Musiker noch so jung sein dürften, dass sie die NDW höchstens im Kindesalter miterlebt haben können.

Sie schaffen es, die für deutsche Texter zu oft überstrapazierten Eckpunkte Belanglosigkeit, Betroffenheit und Missionierungsdrang einfach zu umgehen, indem sie kleine, wenn auch manchmal kryptische, Geschichten mit viel Esprit erzählen und so den Zuhörer nicht nur durch ihre Musik fesseln.

Insgesamt lohnt es sich, einen Blick auf diese Band zu werfen und sich die Schnippsel auf deren Myspace Seite anzuhören.

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MacBook im re:store in der Waterfront

von musicampus | 19. Oktober 2008 | 13:44 Uhr

macbook im re:store in der waterfront auf www.musicampus.deDienstag wurden das neue MacBook und das neue MacBook Pro vorgestellt. Nachdem der Apple Store nach guter Tradition sein Pforten vorübergehend geschlossen hat, um die Produktpalette auf den neuesten Stand zu bringen, wurde angekündigt, dass das MacBook erst nach sieben Geschäftstagen versendet werden könne. Obwohl ich der Vorstellung am Dienstag nicht beiwohnen konnte, war ich doch recht schnell über den neuesten Stand informiert und war trotz der fehlenden FireWire-Schnittstelle sofort überzeugt vom neuen MacBook. Am Samstag bot sich ein Besuch in der Waterfront in Bremen (ich berichtete) an, einen Blick in den dort ansässigen re:store zu werfen. Tatsächlich, so verkündete mir ein freundlicher Mitarbeiter, sei am Morgen (genau) ein MacBook zur Ansicht geliefert worden.

Nicht ohne Stolz führte er mich zum Ausstellungsstück und zeigte mir den neuesten Wurf aus Cupertinos Ideenschmiede. Das Aluminiumgehäuse fühlt sich sehr gut an (in etwa so wie mein PowerBook 12″ G4), ist aber wie bekannt aus einem Guss – zumindest die Oberseite. Auch das Display mit der Glasoberfläche und dem abgerundeten Oberteil sieht sehr edel aus und greift die neue Designlinie des iMac auf. Dabei störte mich im hell erleuchteten Shop der Glossy-Bildschirm überhaupt nicht. Das Touchpad wirkt gar nicht so, als sei es aus Glas und überrascht dadurch, dass es komplett klickbar ist. Die Gesten zur Steuerung haben sich mir beim ersten Testen noch nicht erschlossen, aber der Mitarbeiter ging schon recht versiert mit der Fingertechnik um und zeigte, wie intuitiv das Touchpad zu bedienen ist.

Mein erster Gedanke beim Anblick dieses Notebooks war, dass es eigentlich an der Zeit sei, mein kleines PowerBook 12″ G4 in den mehr als verdienten Ruhestand zu schicken, um der neuen Generation die Möglichkeit zu geben, sich beweisen zu können. Lediglich der in meinen Augen bestimmt gerechtfertigte Preis von mindestens 1.199,– EUR hielt mich von einer spontanen Kaufentscheidung ab.

#451 Bernd Rinser

von musicampus | 11. Oktober 2008 | 18:03 Uhr

Bernd Rinser mit Southern Swamp Impressions auf www.musicampus.deVor gut einem Jahr kontaktierte mich Bernd Rinser anlässlich der Fertigstellung seines damalig neuen Albums Peace of Mind, um mit mir darüber zu sprechen. Durch den Umzug von Gießen nach Bremen und terminlichen Schwierigkeiten blieben wir zwar in Kontakt, haben es aber nicht geschafft, näher über sein Werk zu sprechen. Nun schrieb mich Bernd vor einigen Wochen wieder an und verkündete, dass am 10.10.08 sein brandneues Album Southern Swamp Impressions veröffentlicht werde. Auf seine Nachfrage, ob ich Interesse an einem Vorabexemplar zur Rezension habe, konnte ich gar nicht anders als zuzustimmen. Ein paar Tage später lag die CD in meinem Briefkasten und auch das Vorgängerwerk Peace of Mind war dem Brief beigefügt, was mich sehr freute.

Der erste Höreindruck war überraschend: nicht mit einer Brachialnummer, die die Aufmerksamkeit des Zuhörers erregen und halten soll, beginnt Southern Swamp Impressions, sondern mit einer musikalischen Entschleunigung, die unmittelbar in den Song Struck by Love übergeht. Mit diesem Song beginnt eine Entdeckungsreise, die insgesamt 12 Songs umfasst.

Was mich neben der besonderen Stimme Bernd Rinsers, die teilweise der Tom Waits nicht unähnlich ist und mit ihren nuscheligen Nuancen nie die durchdachten Texte unverständlich macht, beeindruckt hat, ist die Symbiose verschiedener Stilarten. Obwohl der Blues nie ganz in den Hintergrund rückt und unverkennbar ein wichtiges Gerüst für die Songs ist, bereichern Einflüsse aus der Countrymusic, Bluegrass und Southern Rock den Gesamteindruck. Vielleicht sind es auch die akzentuierten Arrangements der Songs, die den Hörer durch die Reise tragen und kein Sättigungsgefühl aufkommen lassen. Bei Turn Off The Tap fühlte ich mich unwillkürlich an Stripped von den Rolling Stones erinnert, das damals zeigen sollte, wie die Ewigrocker vor Beginn ihrer Karriere klangen, als sie gemeinsam mit Alexis Korner den Blues in England aufleben ließen.

Der Mix ergibt etwas Neues, das Bernd Rinser Rootsmusik und Rootsrock zuordnet. Mich hat die Musik überrascht und insgesamt hat mich das Album auf Anhieb überzeugt. Jeder, der diese Art von Musik mag, sollte sich die Samples seines Vorgängeralbums Peace of Mind anhören und nach Möglichkeit in eines seiner Konzerte gehen. Sollte Bernd nach Bremen kommen und es sich einrichten lassen, werde ich dabei sein.

Zum Schluss noch ein Aufruf: Bernd Rinser wurde 2006 eine wertvolle Gitarre gestohlen. Einzelheiten könnt Ihr dem Suchflyer entnehmen. Bei sachdienlichen Hinweisen meldet Euch bitte bei ihm.

+++ UPDATE +++
Heute kontaktierte mich Bernd Rinser und bedankte sich für diesen Beitrag. Dabei machte er mich darauf aufmerksam, dass ich mich bei der Zuordnung der Veröffentlichungen vertan habe. Das nehme ich natürlich gern zum Anlass, den Inhalt richtig zu stellen:

Bernd schrieb mich damals an, um mir die Besprechung seines Albums Peace of Mind anzutragen. Es war nicht das von mir in der Episode genannte Album Got You. Mittlerweile habe ich die falsche Zuordnung im Beitrag korrigiert.

Ferner macht er mich darauf aufmerksam, dass das Album Got You im kommenden Jahr erscheinen wird.

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Fotos: Nils Harder (farbig) und Christoph Rublack (s/w)

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Fotos von Ohrenfeindt im Moments

von musicampus | 6. Oktober 2008 | 15:36 Uhr

Ohrenfeindt im Moments fotografiert von AzA Kessels auf www.musicampus.deAls ich am 26.09.2008 im Moments auf den Auftritt von Ohrenfeindt wartete, stand neben mir ein Mann, der sich später als Martin, genannt AzA, Kessels vorstellte. Er ist Fotograf und Inhaber von Sepia-Photo. Mit Zustimmung von Ohrenfeindt hat er mir einige seiner Fotos des Konzerts zur Verfügung gestellt und mir gestattet, sie Euch zu zeigen. So setzte ich mich also hin und dampfte die Originalfotos auf eine internettaugliche Größe zusammen und habe Euch diese kleine Galerie per Lightview vorbereitet. Diese Spielerei macht nicht nur richtig etwas her, sondern vereinfacht das Einstellen und das Ansehen ungemein, wie ich finde. Sobald Ihr auf das Foto links klickt, öffnet sich die Betrachtungsebene und damit sind einige seiner sehr gelungene Fotos anzuschauen.

Martin AzA Kessels auf www.musicampus.deAzA und ich hatten die Gelegenheit, kurz miteinander zu sprechen und er hat mir grob umrissen beschrieben, was er als Fotograf schon gemacht hat und für welche Aufträge er zu buchen ist. Weil ich manchmal recht vergesslich bin und an dem Abend noch das Interview mit den Musikern bevorstand, was die Vergesslichkeit begünstigen könnte, habe ich ihn gebeten, mir ein bisschen Infomaterial zu schicken. Er gab mir seine Visitenkarte und ich habe ihn noch nachts angeschrieben, um ihm meine Kontaktdaten zu übermitteln. Umgehend erhielt ich die Fotos sowie die Informationen über ihn, so dass auch alle diejenigen, die im Raum Bremen einen Fotografen benötigen, sich seine Flyer ansehen sollten. Klickt einfach auf das linksstehende Bild.


Fotos: Martin AzA Kessels

Reisestöckchen | Duisburg

von musicampus | 2. Oktober 2008 | 15:00 Uhr

www.musicampus.de in DuisburgGanz langsam und gemächlich nimmt das verlorene Reisestöckchen Fahrt auf. Nachdem ich es im Juli per gelber Post auf den Weg brachte und es südlich von Hannover spurlos verschwand, tauchte es urplötzlich am Strand von Kalifornien wieder auf. Dieses unvermittelte Auftauchen sorgte für einigen Wirbel in den Kommentaren. Aber genauso spektakulär, wie es erschien, so verschwand es auch wieder. Nun sind einige Wochen vergangen und jetzt gibt es wieder ein Lebenszeichen meiner kleinen Tänzerin. Sie fand den Weg zurück über den Atlantik und zeigt sich in Duisburg. René ist es gelungen, rechtzeitig ein Foto zu schießen, so dass dieses unvermittelte Erscheinen dokumentiert werden konnte. Dafür vielen Dank, René!

Warten wir also ab, wann und wo sich die kleine Tänzerin wieder zeigen wird. Wer nachhelfen möchte, kann sich gerne bedienen.