#404 Wild T & The Spirit – Konzertbeitrag
von musicampus | 5. Mai 2008 | 19:42 Uhr | Artikel drucken
Am 17.04. spielten Wild T & The Spirit in Oldenburg und ich hatte ganz fest vor, dabei zu sein. Leider hat sich kurzfristig etwas Anderes ergeben, sodass ich nicht zum Konzert fahren konnte. Allerdings hat sich Matthias, mein alter Crazy Duck Jones Weggefährte, von meinen Ankündigungen und Besprechungen neugierig machen lassen. Er war einen Tag vor dem Oldenburger Konzert in Hamburg und hat sich sein eigenes Bild gemacht. Weil er leider keinen Audiokommentar sprechen konnte, hat er sich mir per E-Mail mitgeteilt, die Ihr in Auszügen hier lesen könnt:
Ich war im Landhaus Walter. Es war ein Doppelkonzert und Wild T & The Spirit haben eröffnet. Er kann spielen, keine Frage. Allerdings haben Blues Rock-Trios mit Gitarristen als Frontmann die Eigenschaft, nach eher kurzer Zeit zu nerven. Das ging mir bei Gary Moore in Bremen auch schon so. Die Band spielt nicht zusammen, sondern ausschließlich für den Frontmann. Bei Wild T gab es wenigstens mal eine Bass-Passage und sogar ein kleines Bass-Solo, gleiches gilt für die Drums. Bei Gary war die Band so gelangweilt, keine Solos oder eine lustiges Duell zwischen Gitarre und Orgel.
Also, die Herren Blues Rock-Gitarristen sollten sich mal im Sinne der Musik zurück nehmen und Songs spielen. Niemand hat was gegen Soli und Klangforschung. Aber bitte nicht eine halbe Stunde und schon gar nicht auf Kosten ansonsten guter Musik. Lieber drei gute Songs mehr, als Nervereien. Und jetzt bringe ich es mal auf den Punkt: wenn Satriani oder Vai oder andere Gitarristen ein langes Solo spielen, dann ist das interessant und kurzweilig, weil nicht eintönig wegen großem Repertoire. Wenn Blues Rocker, egal ob Gary oder Wild T, das machen, ist das nach 10 Minuten langweilig, weil es nichts Neues zu hören gibt. Da hilft es auch nicht, wenn man nach jedem Stück die Gitarre wechselt (Gary) um so einen neuen Grundsound zu haben – man spielt eben das Gleiche.
Fazit: beide Konzerte eigentlich prima. Gary deutlich, und Wild-T nur ein wenig zu laut. Bei Beiden wünsche ich mir lieber mehr gute Songs als unendliche Soloeskapaden.
Mal sehen, ob ich meine Meinung nach dem Satriani Konzert in 3 Wochen ändere in Bezug auf die Soli. Auch er hat viele gute Songs, auf die ich nicht verzichten wollte auf Kosten belangloser Nudelei…
Starker Tobak, dachte ich mir und habe ihm darauf geantwortet:
Die CD von Wild T kann man allerdings gut hören, die finde ich gar nicht langweilig und eintönig. Der Nachteil von Blues und Bluesrock ist eben der, dass doch meistens nur mit 3 – 4 Akkorden gespielt und darüber improvisiert wird. Da wird auch kein Clapton oder Trout oder King über die Zeit interessanter. Allerdings sehen das eingefleischte Bluesfans ja anders. Für die ist Blues Blues und nur das zählt.
Matthias nahm meine Antwort zum Anlass, sein Statement nochmals zu festigen:
Natürlich soll Blues auch Blues bleiben, und rocken soll er auch! Da habe ich überhaupt nichts dagegen. Auch nicht gegen lange Soli, die zur Extaste führen bei Künstler und Publikum. Wie gesagt, aber nicht den ganzen Abend und nicht in jedem Song. Ich denke, das ist für viele bis sehr viele im Publikum irgendwann langweilig. Lieber ein paar gute Songs mehr, von denen alle Genannten ja viele haben. Wenn man jeden Song ausdehnen muss, dann muss man eben auch entsprechend spielen können und dann zeigt sich eben der Unterschied zwischen guten Musikern im Sinne von Singer & Songwriter oder weltklasse Gitarristen, die vielleicht nur als Sideman spielen, aber eben 30 Minuten Solozeit füllen ohne doppelte Lick.
Als Fazit bleibt festzuhalten: Wild T & The Spirit waren gut, haben gerockt und zeitweilig die Hörer mit etwas zu langen, eintönigen Soli genervt.
Nach der Aufbereitung des Konzerts bin ich jetzt richtig verärgert, dass ich nicht dabei sein konnte. Es interessiert mich brennend, wie ich dieses Konzert erlebt hätte.
Matthias, vielen Dank für Deine Eindrücke vom Konzert!
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# 1 von Matthias Wilkens am 6. Mai 2008 um 20:09 Uhr
Na, da bin ich doch mal gespannt, wie ich Deiner treuen Höhrer-/Leserschaft mit meiner Meinung auf die Füße getreten habe.
Ich werde die Kommentare im Auge halten.
LG
Matthias
# 2 von musicampus am 7. Mai 2008 um 22:26 Uhr
Es scheint, als sei Deine Meinung mehrheitsfähig
# 3 von Matthias Wilkens am 9. Mai 2008 um 10:38 Uhr
Oder Bluesrock out!
# 4 von musicampus am 10. Mai 2008 um 13:24 Uhr
Ich glaube, Bluesrock ist immer out. Aber auch immer in.